Krankenhaus… Teil 1

Am 30.09 ist mir etwas ziemlich dämliches auf der Arbeit passiert. Ich bücke mich, will irgendwas in meiner Tasche gucken, komme mit Schwung wieder hoch und knalle mit dem Hinterkopf gegen die Kante vom Hängeschrank… nachdem ich kurz darauf begonnen habe, mich zu übergeben, wurde ich nach Hause geschickt – bzw. musste mich jemand abholen. So sollte ich nicht mehr alleine fahren.

Mein bester Freund holte mich ab, fuhr mit mir erst in die eine Notaufnahme… warten… dann „wir haben keinen Durchgangsarzt – dazu müssen Sie in die andere Notaufnahme“. Er also mit mir ins andere Krankenhaus. Dort wurde schon gesagt, dass ich (so wie ich aussehe) eine Nacht in ihrem Haus gewonnen habe. Das wollte ich nicht wahrhaben. Als es dann immer länger dauerte zog ich die Liege dem Stuhl vor und triftete immer wieder weg.

Ich weiß noch, dass die blonde Ärztin sehr nett war und eine beruhigende Ausstrahlung hatte. Und dass die Schwestern und Pfleger mindestens zu dritt versucht haben, mir einen Zugang zu legen. 8 Versuche insgesamt, ein Versuch ist oben zu sehen, genauso wie das Resultat 10 min später. Als ob ich nicht schon genug Schmerzen hatte…

Der eine Pfleger hat mir mein Armband (mein Freakstock Band) abschneiden müssen, für den gescheiterten Versuch, die Nadel in die Vene zu bekommen. Ehrlich? Ich hatte noch nie so schlecht sichtbare und fühlbare Venen wie an dem Tag.

Das einzige, was ich zu dem Zeitpunkt noch wollte, war schlafen. Egal wo und wie. Nur musste noch ein CT gemacht werden, bevor ich dann auf Station gebracht wurde. Der „Bettenfahrer“ war ziemlich brummelig, es sei seit Jahren viel zu viel und es würde Zeit, dass das KH geschlossen würde. Er wirkte gestresst, genervt und machte mir persönlich ein schlechtes Gewissen, dass er mich durch die Gegend schieben musste. Ich habe mich daher schlafend gestellt, um nicht auch noch mit ihm reden zu müssen.

Also JA… das KH, so wie es aktuell ist, steht vor der Schließung. Es wird umgesiedelt, aber keiner weiß aktuell wann und wie das aussehen wird. Leider merkt man diese Ungewissheit und große Personalnot auch hier an allen Ecken und Kanten. In Teil 2 berichte ich dann von meinen ersten Momenten auf Station.

Ich staffle es auf mehrere Teile, weil es einfach viel ist, ich aber auf etwas bestimmtes hinaus möchte…

Schlaflos

Schlaflos. Ich bin den Schlaf los, den ich eigentlich dringend bräuchte. Die Gedanken machen was sie wollen… kreuz und quer schlagen sie Purzelbäume hin und her. Ich mag gar nicht ans Träumen denken. Zu viele „wenn’s“ und „aber“… und „hätte ich nicht“…

Ich versuche, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Versuche bei Aufmunterung mitzumachen und zu lachen. Ich versuche die Starke zu sein… dabei fühle ich mich alles andere als das. Und den größten Kampf muss ich nicht gegen das Wetter, blöde Kommentare oder Überbemutterung kämpfen… der größte Kampf ist gegen mich selbst… oder mit mir selbst…

Gegen die Gedanken, die mir einreden, ich muss noch mehr machen. Ich kämpfe gegen die Gedanken, dass ich etwas falsch mache oder machen könnte. Ich kämpfe gegen mich, den anderen zu sagen, sie sollen mich in Ruhe lassen… und mich einzuigeln.

Ich bin nur langsam das kämpfen leid und unglaublich müde.

Futterstellen, die von anderen genutzt werden, die Kalle nicht anrührt… Km weites Laufen für Spuren zu mir nach Hause, den Sichtungen hinterher – oder auch nicht…

Ich liebe meinen verrückten und unglaublich schlauen Kalle sehr! Es gibt auf der Erde nichts mehr, was ich jetzt lieber im Arm halten würde. Mit ihm könnte ich sofort einschlafen… so bin ich schlaflos…

Kranksein

Ich fange diese Kategorie mit etwas nicht Alltäglichem an. Zumindest ist “Krankheit” für mich nicht Alltag. Ich hasse es krank zu sein. Deswegen dachte ich auch, dass ich letzte Woche noch arbeiten könnte, aber das hat mir nur Ärger mit dem Arzt eingehandelt. Also: Nicht in Gefahr laufen, etwas zu verschleppen… kann böse Folgen haben. Ich hoffe, dass ich da dieses Mal drum rum komme. Auf der anderen Seite bin ich ein sehr geselliger Mensch, weswegen ich auch so meine Probleme damit habe, Krankheit zuzulassen und im Bett zu bleiben. Es wird schnell eintönig und öde. Man muss Termine Absagen, hoffen, dass der Arzt noch einen Termin frei hat und die Chipkarte nicht vergessen… absolut alles andere als Alltag.

Diese kleinen Biester von Viren werden auch immer gerissener und bleiben länger zu Besuch. Waren es früher 7 Tage, so kann das heute schon das Doppelte an Zeit rauben. Zeit, die man anders nutzen könnte, als im Bett zu liegen, die DVD-Sammlung durchzugucken, zu schlafen oder auch zu lesen. Also: Kranksein ist total überflüssig und es brauch kein Mensch. Und doch werden wir immer wieder schwallartig überrollt und niedergedrückt.

Ich hasse es, krank zu sein und wenn man mich nicht krankschreiben würde, würde ich sehr wahrscheinlich sogar arbeiten. Aber genau davor werde ich geschützt, denn das hätte Folgen. Also muss ich mich meinem Zustand anpassen, meinem Körper Ruhe geben und einfach mal inne halten und nichts tun…