Neuanfang

Happy new YEAR!!!

Das letzte Jahr hat ein wunderbares Ende gehabt. Das letzte Wochenende war ich in Chemnitz, bei einem sehr guten Freund. Ich habe ihn auf dem Freakstock kennengelernt und wir ticken in vielen gleich, was ich nicht bei vielen Menschen finde. Umso schöner und kostbarer war die Zeit mit ihm. Und am 31.12 hat sich mein bester Freund taufen lassen und ich habe mit ihm, seiner Familie und weiteren Freunden in das neue Jahr hinein gefeiert.

Wenn ich auf das letzte Jahrzehnt zurück blicke, hat es mir nicht nur die 30 geschenkt, sondern sehr viele harte Lektionen, Verluste, Herausforderungen, Tiefpunkte, Verletzungen und Begegnungen mit dem Boden. Allerdings kann ich auch viel positives verbuchen. Ich habe drei Ausbildungen geschafft, bin dreimal umgezogen und habe einen Ort gefunden, der mein „Zuhause“ geworden ist. Ich habe mit Lichttechnik angefangen, durfte auf dem Freakstock Lichttechnik machen, habe wunderbare Menschen kennengelernt, die mein Leben um so vieles bereichern, dass ich es gar nicht alles aufzählen kann. Ich habe einen Ort gefunden, an dem ich sein darf, wie ich bin und ich lerne immer mehr, mich auch selbst so anzunehmen.

Nun startet ein neues Jahr und da wir 2020 haben auch ein neues Jahrzehnt… es ist ein Neuanfang und es startet ohne Kater und mit blauem Himmel und Sonne. Es startet ohne Vorsätze, aber mit Wünschen und Zielen. Es startet mit einem positiven Blick nach vorne und einem dankbaren Herzen, das alle Erfahrungen des letzten Jahrzehnts hütet und mich immer wieder daran erinnert, das Gott überall dabei war. Ich freue mich riesig auf das, was er vorbereitet hat und was ich alles entdecken darf.

Meine Zeit steht in seinen Händen! Ein Satz, der wahrer nicht sein könnte.

Ich wünsche dir ebenfalls einen guten Neuanfang des Jahrzehnts, sei gesegnet, behütet und wisse, das du in den dunkelsten Momenten nicht alleine bist.

Kein Grund zu jammern!

Das Kranksein hat mich wie eine Welle überrollt, die Viren tosen über mir, bzw. in mir und ich kann nur zusehen, inhalieren ein paar Medis schlucken und hoffen, dass es bald wieder besser geht.

ABER: Mein Fastenziel ist es, in der Zeit nicht zu jammern. Ich gucke von mir weg, habe andere mehr im Blick. Wieso sollte ich es einfach haben, das Ziel zu erreichen? „Schwer“ ist doch das in meinem Leben, was mir zum größten Wachstum verholfen hat. Und so sehe ich es dieses Mal eben auch.

Ich bin für so vieles unglaublich dankbar! Dankbar, dass Freunde von mir ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht haben. Ich bin dankbar, dass Kalle immer noch gesehen wird und es ihm laut den Sichtern auch gut geht. Ich bin dankbar, für meine Freunde, auf die ich mich zu jeder Zeit verlassen kann und die mir unglaublich viel bedeuten. Ich bin dankbar für meine jüngste Schwester, die einfach unglaublich stark ist und ihren Weg geht. Ich bin dankbar für meine Mama, die einen großen Anteil daran hat, wie sich mein Charakter gebildet hat. Ich bin dankbar für meine Gemeinde, mein Zuhause, meine Arbeit und vor allem auch meiner Therapeutin, die mich immer wieder darin unterstützt, aus der Spirale der Wertlosigkeit auszubrechen.

Bei so vielen Gründen zu Danke bleibt keine Zeit zum Jammern.

Sei gesegnet und beschützt.

Kalle… und wie er mein Leben veränderte

Ein Jahr ist es her… genau ein Jahr und 27 Tage! Er ist immer noch weg. 😦 Mein Leben hat es vollkommen auf den Kopf gestellt. Ich bin in ein Loch gerutscht, aus dem ich nicht selbst herauskam. Und das NICHT allein, weil mein Hund weggelaufen ist!

Ich habe mein ganzes Leben immer so gelebt, dass ich die Starke bin, die alles unter Kontrolle hat. Egal welche Katastrophe, ob mein Opa starb, meine beste Freundin zuvor oder meine Oma danach… egal ob meine Schwester wieder im Krankenhaus war… egal dass der Kontakt zur Familie zeitweise ausblieb… Ich war die Starke! Nur eine Rechnung blieb offen: Die meiner Hochsensibilität…

Ich nehme Emotionen stärker und früher wahr, reagiere bei gewissen Gerüchen extremer und kann ohne Vorurteile auf Menschen zugehen… das alles ist eine wunderbare Gäbe, aber ebenso auch Fluch. Und es gab in den letzten zehn Jahren eine Zeit, in der ich nicht auf mich geachtet habe, meine Bedürfnisse/Wünsche/Gefühle waren für mich nicht existent.

Als Kalle weggelaufen ist, brach mein Kontrollsystem zusammen. Hilflosigkeit und Kontrollverlust führten dazu, dass mein System mit dm ich alles verdrängen konnte einbrach und somit alles nach oben katapultierte. Damit ich damit überhaupt irgendwie klarkam fokussierte ich mich auf die Suche nach Kalle. Ich musste krankgeschrieben werden, da ich an Schlafmangel, emotionalen Zusammenbrüchen und Depression litt.

Inzwischen habe ich einen neuen Job, Therapie und schon einen Teil meiner verdrängten Themen bearbeitet – verarbeitet aber noch nicht. Kalle und sein Verlust haben mir gezeigt, was bei mir selbst im Argen liegt. Und ganz ehrlich? Anders hätte ich immer so weitergemacht wie zuvor. Ich hätte nichts verändern müssen, weil es ja irgendwie ging…

Ich wünsche mir nichts mehr, als Kalle wieder in meine Arme schließen zu können. Ich möchte mich bei ihm bedanken, dass er durch seine Abwesenheit mir zu mir selbst verholfen hat.

Was leider wenige Hundebesitzer verstehen ist die Tatsache, dass ich selbst es psychisch nicht schaffe, die Futterstellen zu betreuen, die wir (Ines, Idgie, Conny, Saskia, Ilka, Tanja, Heike und viele mehr) immer wieder neu einrichten. Ich schaffe es nicht und das aus zwei Gründen. Der erste: Ich werde immer wieder an die Hilflosigkeit und meine Gefühle aus der Anfangszeit erinnert, die mit Macht über mich kommen wollen. Der Zweite: Es ist für mich absolut frustrierend und niederschmetternd, wenn Kalle wieder nicht auf den Bildern der Kameras ist oder ich feststellen muss, dass wieder eine geklaut wurde.

Kalle bedeutet mir unglaublich viel und er ist mein Hund, aber ich bin unglaublich dankbar für mein Team, das die Futterstellen übernimmt. Helfe ich gelegentlich mal aus, weiß ich, dass ich danach psychisch sehr aufpassen muss, nicht wieder im Loch zu versinken. Für Ines ist es genauso schwer, doch sie haben Laika, zu der sie dann gehen kann, sie knuddeln kann und Trost findet… bei mir Zuhause warten nur meine Kuscheltiere und das ist kein Trost – wenn da vorher Kalle war.

Lasst also das urteilen und verurteilen und achtet auf euch und eure Fellnasen. Besonders jetzt vor Silvester!

Schwarz, weiß und irgendwas dazwischen…

Schönheiten, wie diesen Himmel, nehme ich immer wieder im Augenwinkel wahr. Das Aufgehen der Sonne – gemischt mit einem Arzttermin. Einem von vielen in letzter Zeit…

Und das nicht nur bei mir. Wie kann ein Mensch mit 22 Jahren einen Schlaganfall erleiden? Eine Erkrankung, die bis vor Jahren hauptsächlich bei alten Menschen auftrat, verjüngt sich zunehmend. Eigentlich ziemlich erschreckend und bei unseren Gesundheitskassen sollten eigentlich alle Alarmglocken schrillen. Aber scheinbar werden lieber die Folgen „versorgt“, statt Prävention zu betreiben. Die Diagnose „Schlaganfall“ habe nicht ich bekommen, und dennoch war das eine schwarze Nachricht. Eine, die man eigentlich nicht erhalten möchte…

Der Anfall hat ein großes Loch im Herz als Ursache. Also, wenn ich von groß spreche, dann meine ich groß. Und das ist ebenfalls eine sehr schwarze Nachricht. Du willst eine weiße Nachricht?

Ohne den Anfall wäre das Loch nicht entdeckt worden. Und all die Jahre über hätte weitaus schlimmeres geschehen können. Es grenzt an ein Wunder und auch, dass wahrscheinlich keine Folgen zurück bleiben werden. Das Loch kann verschlossen werden… alles weitere wird uns die Zeit zeigen.

Gott ist so unfassbar nah in solchen Situationen, das kann ich nicht in Worte fassen. Wir leben jeden Tag aufs Neue in dieser kaputten Welt, die voller Hass zu sein scheint. Wir stehen mitten im Kampf gegen die Stürme der Gewalt, Missgunst, Anfechtung und all dem anderen. Und dabei haben wir die stärkste Waffe: LIEBE. Die Liebe ist stärker und wird es immer sein. Solange wir Liebe in uns tragen, wir es in und um uns niemals nur schwarz und weiß geben, denn sie bringt uns die unterschiedlichsten Töne. Und jetzt so kurz vor der 3. Adventwoche sollten wir uns besinnen, auf das was in unserem Leben wirklich zählt. Wir sollten unseren Blick auf die weißen Flecken lenken und das Schwarz kleiner werden lassen.

Ich wünsche dir einen gesegneten 3. Advent!

Ein kleines Licht…

Ich fühle mich als kleines Licht in diesem riesigen Universum. Ein ganz kleines Licht auf dieser Welt. Und als eben wieder so etwas wie panikähnliche Gedankenwellen in meinem Kopf ineinander fielen und an meiner Gehirnwand brachen… war DER Moment da. Ein Moment, der mich an früher erinnert hat und mir die Sehnsucht nach Oma Marthas Pfannkuchen in den Körper pflanzte. Wenn es die früher gab, war die Welt in Ordnung. Die Pfannkuchen versprachen an den Tagen wo es mir nicht so gut ging, dass alles wieder gut würde. Genau dieses Gefühl wollte ich. Rezept: da… alles vorhanden, außer Mehl.

Also, ich los in den nächsten Supermarkt, verbunden mit einem Spaziergang, den ich ja eh grade brauche. Ich stehe vor dem Fach mit dem Weizenmehl und??? Leer! Wie kann es sein, dass das fu… Mehl leer ist? Mehl!!! Es kam einer Desillusionierung gleich. Von jetzt auf gleich fiel der Vorhang.

Es wird nichts mehr gut! Und das schon seit Jahren, Jahrzehnten nicht mehr. Wir richten die Welt zugrunde und haben doch nur unsere eigene Generation vor Augen… nach uns die Sintflut. Nur, dass sie schon vor uns war und wir es eigentlich besser machen sollten. Aber wir können nicht. Und wieso? Weil wir nur Menschen sind. Menschen machen Fehler und sind nicht perfekt. Demnach können wir auch kein perfektes Leben auf einer perfekten Erde führen. Viele von uns versuchen es… schaufeln immer mehr Geld an wie Dagobert Duck… aber perfekt ist deren Leben auch nicht. Und andere? Sie leben ein ziemlich kaputtes Leben in einer ziemlich kaputten Welt.

Wenn dieses doofe nicht vorhandene Mehl mich darauf hinweisen kann, wie kaputt doch alles ist, worauf hat dann die Verkäuferin mit den Worten „das Mehl ist morgen Nachmittag bei der Lieferung dabei“ bei hingewiesen?

Es gibt einen nächsten Tag. Es gibt eine Hoffnung, die uns bringen wird, was wir brauchen. Eines Tages wird Jesus wieder kommen, in unsere kaputte Welt und in unsere dreckigsten Flecke unseres Daseins und wird uns reinigen. Er wird das neue Reich aufbauen und wir dürfen es bewohnen, so wie Gott es sich von Beginn an vorgestellt hat.

Ein Teil meiner Gedanken ist aus der Predigt von unserem Pastor M. Bendorf heraus weiter gedacht oder umgeändert worden. Predigten, die doch so einen alltäglichen Bezug haben, dass jeder etwas mit seinen Worten anfangen kann.

Heute war nicht mein bester Tag. Und ich mag auf dieser Erde nur ein ganz kleines Licht sein. ABER: ich werde leuchten und zusammen mit anderen kleinen Lichtern ein größeres Licht ergeben. Und morgen gibt es dann Pfannkuchen und vielleicht wird dann schon mal etwas wieder besser.

Deutschland

Es gibt Zeiten, da schäme ich mich, Deutsche zu sein. Nicht, weil die AfD propagiert, Deutschland muss wieder deutsch werden. Nein, es ist absolut peinlich und niederschmetternd, was unser „Sozialstaat“ verbockt. Wir zählen zu den reichsten Ländern der Welt… nur sehe ich in unseren sozialen Bereichen davon absolut nichts.

In den Pflegeheimen herrscht Ausnahmezustand und es ist absolut nicht nachvollziehbar, wie die Menschen, die nach dem Krieg hier alles wieder mit aufgebaut haben, so schrecklich behandelt werden. Und das alles, weil der super Sozialstaat die Hände in den Hosentaschen lässt und sich lieber um Dieselskandal und andere wirtschaftlichen Dinge kümmert. Wieso gibt es so wenig Pfleger??? Weil ihre Arbeit nicht ausreichend honoriert wird und wer möchte schon für die Verantwortung, pflegerischen Tätigkeiten und die Begleitung Sterbender mit solch einem aktuellen Lohn abgespeist werden? Unsere Politiker sollten von ihren Sesseln runter und diese Arbeit nur mal einen Tag machen… vielleicht sparen sie dann an ihrem eigenen Gehalt…

In den Kindergärten müssen die Erzieher und Leiter darum kämpfen (über Monate) neue Spiele genehmigt zu bekommen, weil die alten Spiele nach 10 Jahren einfach nicht mehr spielbar sind. Täglich sind sie mit den unterschiedlichen Viren und Bakterien konfrontiert und Kinder achten noch nicht so auf Hygiene wie wir Erwachsenen es unter Umständen tun. Sie haben zwischen 15-30 Kinder in einer Gruppe… welche Eltern jammern bei einem Kind schon? Erzieher haben einen Multijob und sind teilweise unterbesetzt. Unterbesetzt, da die Kinder eben krank zur KiTa gebracht werden und die Erzieher auch nur ein Immunsystem haben, wo sie eigentlich 2-3 bräuchten.

Und jetzt tolerieren die Medien, Politiker und Erziehungsstellen einen Film, der propagiert, Kindern gegenüber hart zu sein, den eigenen Willen durchsetzen und damit den Willen des Kindes brechen. WAS IST LOS MIT EUCH???

Ich stehe hinter dem Modell von Thomas Gordon „Familienkonferenz“ und hinter der niederlagenlosen Konfliktlösung. Ebenso gefällt mir Jesper Juul „Dein kompetentes Kind“. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung! Kinder haben ein Recht darauf, sich selbst kennenzulernen. Und bei sogenannten „Problemkindern“ sind es doch auch oft die Eltern, die die Probleme heraufbeschworen haben. Und ja, es gibt auch andere Kinder, aber denen muss man auch anders begegnen.

Mich macht es traurig, wütend und es frustriert mich, wenn ich solche Kino-Clips sehe, wenn ich mit Freunden spreche, die in der Pflege arbeiten, oder wenn ich selbst an meinem freien Wochenende den Viren aus der KiTa erliege.

Aber ich kenne es eben anders! Ich habe in einem Haus gearbeitet, mit 7 traumatisierten Kindern, die teilweise das schlimmste erlebt haben, was man sich nur vorstellen kann. Auffällige Kinder… und sie werden so geliebt, wie sie sind. Ihre Fähigkeiten werden wertgeschätzt und an den anderen Dingen, die sie noch lernen sollten, wird mit Geduld gearbeitet. Streit ist in solch einer Gruppe vorprogrammiert und Übergriffigkeiten eigentlich auch, oder? Nein. Ich habe erlebt, wie Kinder sich streiten und es nur den kurzen Input von mir brauchte „mir ist es wichtig, dass ein Streit ruhig besprochen wird“ und sie setzten sich hin und klärten es. Übung braucht es dafür definitiv, aber das Ergebnis ist wunderbar.

Ich wünsche mir so sehr, dass unser Deutschland wieder zu einem Land wird, wo die sozialen Werte hochgehalten werden. Ich wünsche mir, dass Wirtschaft und Soziales gleichberechtigt behandelt werden. Ich wünsche mir, dass unsere Politiker aufstehen und handeln – denn immerhin werden sie auch irgendwann Hilfe einer Pflegefachkraft benötigen!

Vertrauen und Anfechtung

In unserer heutigen Gesellschaft geht es so gut wie kaum noch ums Vertrauen. Vielmehr geht es um Kontrolle und Wissen. In den letzten Monaten müsste ich sehr hart lernen, dass einem die Kontrolle sehr leicht genommen werden kann. Und im Grunde habe ich ebenfalls gelernt, dass es Situationen gibt, wo Profis auch nicht weiter wissen. Es ist ziemlich hart, wenn ich daran denke, dass alles, was ich mir aufgebaut habe, einfach so zusammenstürzen konnte. Ich bin Christ, das heißt, dass ich mir auch der Mächte bewusst bin, die wir eben nicht sehen können. Ich weiß, dass Jesus für mich gestorben ist, damit ich zum himmlischen Vater kommen kann. Und jetzt kommt ein großes ABER:

Ich brauchte Kontrolle. Ich habe meine Emotionen kontrolliert. Ich habe kontrolliert, was ich an mich dran lasse und was ich hinter Mauern verschlossen habe… und ich habe mich selbst nicht mehr getraut kreativ zu sein, weil genau dann die Mauern bröckelten. Ich habe mich versteckt, damit eben meine Kontrolle nicht flöten geht. Aber damit habe ich auch (unbewusst) den Weg, den Gott für mich geplant hat, verlassen.

Es kam immer etwas oben drauf… und meine Seele kam nicht zum Atmen. Ich habe Freunde verloren und der Verlust sitzt unglaublich tief. Die Trauer um meine Großeltern habe ich ebenso von mir geschoben, da das Leben ja weitergehen muss… ich habe Masken entwickelt und diese haben sich über die Jahre wie eine zweite Haut angefühlt… bis Kalle wegrannte!

Ich höre seit dem von Freunden: Vertraue Gott. Er ist bei Kalle. Und ich dachte mir immer wieder… jaaa das ist so ne Sache mit dem Vertrauen. Aber eigentlich war es eher eine Sache davon, die Kontrolle endlich gehen zu lassen.

Ich bin gestern spazieren gegangen und es war einfach unglaublich heilsam. Es fing an zu stürmen und ich bekam innerlich Panik weil ich nicht sicher war, ob ich weitergehen sollte oder nicht. Ich habe eine Stimme gehört, die meinte „Vertraue“… und das habe ich getan. Es war total verrückt, denn es hat um mich herum geschüttet wie aus Eimern. Ich bin aber kaum nass geworden. Die Bäume waren in meiner Nähe still und weiter weg tobten sie im Sturm. Ich hatte bis gestern das Gefühl, dass Jesus weit weg ist und mich nicht hört… seit gestern weiß ich, dass ich da falsch lag und dass Jesus in jedem Sturm meines Lebens bei mir ist. Dieses ganze Denken darum, dass ich nichts wert bin, dass ich nichts gut kann und dass die anderen nur aus Mitleid mit mir befreundet sind stimmt nicht und wird mir vom Teufel eingeredet. Er ist es, der Angst davor hat, dass ich mein Potential entdecke und für Gott einsetze.

Und so ist das in deinem Leben auch. Alles was dich klein macht, hindert dich daran, dein Potential zu entfalten. Gott möchte uns in dieser Welt einsetzen, um sie ein bisschen liebevoller zu machen und zu zeigen, dass er auch heute noch Großes bewirken kann.

Ich weiß, dass die Zeit der Anfechtung nicht vorbei ist… aber ich vertraue darauf, dass Jesus an meiner Seite ist und mit mir geht. Habe den Mut und vertraue!

Lieblingsmenschen

In meinem Leben gibt es ein paar Lieblingsmenschen. Dazu gehören enge Freunde, wie Jana, Gianni, Anna, Andi, Ines, Idgie und Mel. Zu den Lieblingsmenschen gehört auch meine Familie und ein paar aus der Verwandtschaft. Sie alle haben in irgendeiner Art und Weise mein Herz berührt und gehen einen Teil von meinem Weg mit mir. Manche Lieblingsmenschen haben mich schon verlassen, sie sind jetzt an einem besseren Ort und warten dort, bis meine Zeit gekommen ist.

Seit Mai ist nun ein besonderer Mann in meinem Leben aufgetaucht, der sich sehr schnell als Lieblingsmensch entpuppt hat. In dem Augenblick, als er schrieb, ich solle mich umdrehen und ich ihn das erste Mal gesehen habe, war mir das klar. Bei Martin habe ich mich von Beginn an wohlgefühlt. Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich ab und zu Abstand brauche. Martin fehlt mir, in der Sekunde, wo die Türe zufällt. Er hat mein Herz erobert und das mit Lichtgeschwindigkeit und ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mich nicht mehr hergeben möchte. Zu unserem/meinem Glück fehlt nur noch Kalle… und ich muss auch wieder fit werden. Menschen, die die dunkelsten Wege mit einem gehen, bleiben an der Seite. Menschen, die nur reden und sich dann abwenden, haben auch die schönen Seiten nicht verdient.

Meine Lieblingsmenschen haben in den letzten Monaten viel durchgemacht, mit mir, wegen mir und für mich. Von Herzen möchte ich mich bei euch bedanken und sagen: In Martin habt ihr einen guten Unterstützer bekommen. Danke Martin, dass du in mein Leben gepurzelt bist und vor hast, zu bleiben!

Duke und Pauschalisierung

Das ist Duke. Er ist ein Staff-Pitt-Mix.

In der Vergangenheit hatte ich Vorurteile, wie viele andere, vor den sogenannten „Listenrassen“. Sie sehen anders aus als die zum Knuddeln aufrufenden Golden Retriever. Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass Duke mehr kuschelt als andere Hunde. Duke hält sich tatsächlich für einen Schoßhund. Böse? Nein! Im Gegenteil, ich habe (neben unseren) selten solch einen geduldigen, verspielten und ausgeglichenen Hund erlebt. Duke erduldet es, wenn Kinder mit ihm spielen, er lebt mit 5 Katzen zusammen und teilt sich sogar sein Bett mit ihnen. Wenn andere Hunde mit ihm spielen, hält er sich an die Schwächeren und ignoriert die anderen.

Hunde sind das, was wir Menschen aus ihnen machen. Ganz ehrlich? Manchmal habe ich eher von so einem Chihuahua Angst, als vor einem Staff oder einem Pitt. Kleine, bellende Hunde, deren Besitzer das Bellen noch unterstützen. Kleine Hunde, die hochgehoben werden, wenn ein größerer Hund kommt. Es wird in den Medien hochgepusht, dass Chico so gefährlich ist. Leider geschieht hier wieder eine Pauschalisierung, die mich ziemlich aufregt. Es ist fast so, wie unter einigen pauschalisiert wird, dass jeder Ausländer ein Terrorist ist.

Es regt mich auf, denn es sind nicht die Hunde die Täter, sondern die Menschen. Die, die zugeguckt haben, wie Chico in der Familie litt, bis er keinen anderen Ausweg sah. Unter Menschen würde man das „Notwehr“ nennen. Schuldig machen sich die Menschen, die ihn nicht gerettet haben. Menschen können solche Bestien sein, das erschreckt mich immer mehr. In Deutschland zählen Hunde als Besitztümer, als Gegenstände. Ich bin Besitzer… Aber kann man ein Lebewesen mit Gefühlen und Seele besitzen? Muss ich selbst dann nicht auch um eine artgerechte Haltung besorgt sein? Muss ich nicht die Verantwortung für die Taten meines Tieres gerade stehen? Ehrlich??? Dieses blöde deutsche Recht… Ich habe dafür gesorgt, dass mein Hund keine Möglichkeit mehr sieht, als durch beißen seinem Leben bei mir zu entkommen. Er kämpft um sein Leben. Und durch meinen Fehler, durch mein „nicht sorgen“ und durch meine „Egal-Haltung“ steht das Leben des Hundes nun auf der Kippe.

Und das Leben vieler anderer Hunde ebenso. Wir sind das Land der Pauschalisierung und manchmal schäme ich mich wirklich dafür eine Deutsche zu sein. Es ist beschämend, wie hart wir miteinander umgehen. Es ist hart zu sehen, dass es einem innerhalb eines Hauses schwer fällt, seinen Nachbarn um Hilfe zu bitten.

Das ist Duke, ein traumhafter Hund, der unter der Pauschalisierung leidet. Andere Hundebesitzer gehen ihm und seinem Frauchen aus dem Weg, halten Abstand. Wieso? Duke ist der, der angegriffen wurde. Sein Rücken wurde mehrfach aufgebissen. Er ist es, der anderen Hunden vorsichtig gegenüber ist, weil er schlechtes erfahren hat. ABER vor ihm muss man scheinbar Angst haben. Duke versteckt sich hinter seinem Frauchen, wenn er Schafe, Rinder oder andere Tiere sieht. Er verjagdt sich, wenn ein Vogel ihn ansteuert. Seine Rassen sind nicht gefährlich, es sind die Menschen, die sie gefährlich machen und denen gehört ein Maulkorb umgelegt.

Duke hat jeden lieb, der es gut mit ihm meint. Wieso können wir dies nicht pauschalisieren??? Lasst uns das Gute pauschalisieren und nicht das Negative!

Wartezimmer

In den letzten zwei Monaten habe ich unzählige Male in Wartezimmern Platz nehmen müssen. Das Komische: Bei meinem Zahnarzt hatte ich die niedrigste Wartezeit… als ob das, was uns am Wenigsten gefällt, am schnellsten kommt. In den Räumen habe ich die unterschiedlichsten Menschen gesehen, wahrgenommen und gesprochen. Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Nationalität und unterschiedlichen Beschwerden. Menschen, die wie ich ein Ziel haben: Endlich aufgerufen zu werden. 

Aktuell sitze ich wieder in einem Wartezimmer und verbringe die Wartezeit mit diesem Text. Wieviele Wartezimmer gibt es in unserem Leben, die nicht wörtlich als Wartezimmer gelten? Man wartet auf eine neue Zeit, ein Ereignis oder eine Veränderung. Warten… setzt ein Maß an Geduld voraus. Ausharren und abwarten. Zusehen, wie andere vor einem aufgerufen werden und gehen. 

In gewisser Weise ist das Leben auch ein Wartezimmer. Ein sehr mobiles, flexibles und ereignisreiches Wartezimmer… aber wir warten. Wir warten auf unser Ende, dem wir täglich ein Stück näher kommen. Die einen kommen früher dorthin, andere scheinen hier festzukleben auf der Erde… Manch eine Geschichte klingt nicht nachvollziehbar, gemein und unfair. Egal, ob es die Geschichte eines Kindes ist, das zu früh gehen musste oder die Geschichte eines alten Mannes, der gehen will und nicht kann. Das Leben ist ein unvorstellbar dynamisches Wartezimmer, das uns unzählige Möglichkeiten aufzeigt. 

Es ist die Frage worauf wir in unserem Leben warten… auf ein radikales Ende? Warten wir auf einen Tod und die Wiedergeburt, die eine neue Wartezeit beschert? Ich weiß worauf ich warte… und das feier ich jedes Jahr an Ostern. Ich warte darauf, mein Leben in der Ewigkeit in der Nähe und Gegenwart Gottes zu feiern. Jesus ist dafür and Kreuz gegangen und drei Tage später aufgestanden. Worauf wartest du?