Neuanfang

Happy new YEAR!!!

Das letzte Jahr hat ein wunderbares Ende gehabt. Das letzte Wochenende war ich in Chemnitz, bei einem sehr guten Freund. Ich habe ihn auf dem Freakstock kennengelernt und wir ticken in vielen gleich, was ich nicht bei vielen Menschen finde. Umso schöner und kostbarer war die Zeit mit ihm. Und am 31.12 hat sich mein bester Freund taufen lassen und ich habe mit ihm, seiner Familie und weiteren Freunden in das neue Jahr hinein gefeiert.

Wenn ich auf das letzte Jahrzehnt zurück blicke, hat es mir nicht nur die 30 geschenkt, sondern sehr viele harte Lektionen, Verluste, Herausforderungen, Tiefpunkte, Verletzungen und Begegnungen mit dem Boden. Allerdings kann ich auch viel positives verbuchen. Ich habe drei Ausbildungen geschafft, bin dreimal umgezogen und habe einen Ort gefunden, der mein „Zuhause“ geworden ist. Ich habe mit Lichttechnik angefangen, durfte auf dem Freakstock Lichttechnik machen, habe wunderbare Menschen kennengelernt, die mein Leben um so vieles bereichern, dass ich es gar nicht alles aufzählen kann. Ich habe einen Ort gefunden, an dem ich sein darf, wie ich bin und ich lerne immer mehr, mich auch selbst so anzunehmen.

Nun startet ein neues Jahr und da wir 2020 haben auch ein neues Jahrzehnt… es ist ein Neuanfang und es startet ohne Kater und mit blauem Himmel und Sonne. Es startet ohne Vorsätze, aber mit Wünschen und Zielen. Es startet mit einem positiven Blick nach vorne und einem dankbaren Herzen, das alle Erfahrungen des letzten Jahrzehnts hütet und mich immer wieder daran erinnert, das Gott überall dabei war. Ich freue mich riesig auf das, was er vorbereitet hat und was ich alles entdecken darf.

Meine Zeit steht in seinen Händen! Ein Satz, der wahrer nicht sein könnte.

Ich wünsche dir ebenfalls einen guten Neuanfang des Jahrzehnts, sei gesegnet, behütet und wisse, das du in den dunkelsten Momenten nicht alleine bist.

Lieblingsmenschen

In meinem Leben gibt es ein paar Lieblingsmenschen. Dazu gehören enge Freunde, wie Jana, Gianni, Anna, Andi, Ines, Idgie und Mel. Zu den Lieblingsmenschen gehört auch meine Familie und ein paar aus der Verwandtschaft. Sie alle haben in irgendeiner Art und Weise mein Herz berührt und gehen einen Teil von meinem Weg mit mir. Manche Lieblingsmenschen haben mich schon verlassen, sie sind jetzt an einem besseren Ort und warten dort, bis meine Zeit gekommen ist.

Seit Mai ist nun ein besonderer Mann in meinem Leben aufgetaucht, der sich sehr schnell als Lieblingsmensch entpuppt hat. In dem Augenblick, als er schrieb, ich solle mich umdrehen und ich ihn das erste Mal gesehen habe, war mir das klar. Bei Martin habe ich mich von Beginn an wohlgefühlt. Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich ab und zu Abstand brauche. Martin fehlt mir, in der Sekunde, wo die Türe zufällt. Er hat mein Herz erobert und das mit Lichtgeschwindigkeit und ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mich nicht mehr hergeben möchte. Zu unserem/meinem Glück fehlt nur noch Kalle… und ich muss auch wieder fit werden. Menschen, die die dunkelsten Wege mit einem gehen, bleiben an der Seite. Menschen, die nur reden und sich dann abwenden, haben auch die schönen Seiten nicht verdient.

Meine Lieblingsmenschen haben in den letzten Monaten viel durchgemacht, mit mir, wegen mir und für mich. Von Herzen möchte ich mich bei euch bedanken und sagen: In Martin habt ihr einen guten Unterstützer bekommen. Danke Martin, dass du in mein Leben gepurzelt bist und vor hast, zu bleiben!

Freundschaft

2016-09-24_21.11.09[1]Es ist lange her, dass ich über Freundschaften nachgedacht habe. Die Menschen, die ich Freunde nenne, sind einfach so in mein Leben getreten und geblieben. Wie entwickelt sich eine Freundschaft, was muss vorhanden sein, damit sich eine Freundschaft überhaupt entwickeln kann?

Ich bin in meinem Leben schon das eine oder andere Mal umgezogen. Bei meinem ersten Umzug habe ich kurz vorher eine langjährige Freundin verloren. Sie starb durch eine Herzmuskelentzündung. Meine Kindheitsfreundin. Kindheitsfreunde sind etwas ganz besonderes, und wenn jemand noch solch einen Freund hat: Glückwunsch! Sie war mir die Jahre meiner Kindheit eine sehr gute Freundin und ich würde heute einiges geben, nur um mit ihr noch einmal zu reden und die Zeiten zu durchleben. Diese Freundschaft kann mir keiner zurück geben, es wird nie wieder so wie damals.

Dennoch kann ich heute sagen, dass ich sehr enge Freundschaften führe, sie sind anders und nicht von dieser kindlichen Offenheit geprägt, aber dennoch starke Freundschaften, die mir viel bedeuten.

Es gibt Freunde, die nur für kurze Zeit in unserem Leben sind und die uns dennoch stark prägen. Es gibt Freundschaften, die über Jahre gehen und am Ende nicht mehr als leere Erinnerungen sind. Freundschaft – so ein starkes Wort und dennoch so unterschiedlich gefüllt.

Ich habe gelernt, dass man seinen Freunden immer wieder mitteilen sollte, was sie einem bedeuten, denn es könnte der Tag kommen, wo es zu spät ist.

Ich habe einen Kindergartenfreund. Er heißt Andi und wir sind nun seit 24 Jahren befreundet. Er ist für mich seit langer Zeit schon wie ein Bruder. Seine Freundin ist ebenso eine sehr enge Freundin von mir. Anna. Anna und Andi. Ich habe die beiden sehr in mein Herz geschlossen und sie sind mir extrem wichtig. Es grenzt an einem Wunder, dass Andi es freiwillig 24 Jahre mit mir ausgehalten hat. Ich bin ihm sehr dankbar dafür und eigentlich gibt es dafür keine Worte. Jemanden so annehmen, wie er ist, mit allen Macken, Ecken und Kanten, das ist etwas großartiges und unbezahlbares.

Danke!!!

Lebensweg

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Ich denke viel über Wege nach. Es gibt schöne Wege, die einen zum Spazierengehen einladen. Es gibt Wege, da gehe ich lieber dran vorbei. Ich frage mich, wie mein Lebensweg aussieht. Ich denke, dass er ähnlich ist, wie der Weg auf dem Bild. Ich habe eine schöne Landschaft drum herum, aber der Weg ist eher steinig und hat zwischendurch Pfützen, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich will schließlich nicht nass werden. Auf dem Weg selbst kann ich mich frei bewegen, aber ich möchte schon in eine Richtung gehen, nicht immer vor und zurück. Was ich an dem Bild besonders mag: Ich weiß, dass ich mich für das Bild umgedreht habe. Ich habe also den Weg fotografiert, den ich schon gegangen bin. Es ist auch bei meinem Lebensweg so, dass ich den Weg immer nur rückwärts sehe. Der Weg, den ich vorwärts gehe, liegt im Nebel. Liest man das Wort “Nebel” von hinten, heißt es “leben” und irgendwie mag ich dieses Wortspiel. Das Leben kann man nur rückwärts betrachten, alles andere liegt im Nebel.

Ich habe es auch manchmal, dass ich stehen bleibe. Ich halte inne, besinne mich auf das, wo ich grade stehe. Ich nehme wahr, wie meine Füße auf dem Boden stehen, wer in meiner Umgebung ist und mich vielleicht begleitet. Ich nehme die Gegenwart wahr. Ich bleibe auch stehen, wenn ich merke, dass mich ein Stein drückt. Es gibt dann etwas in meinem Leben, was zwackt und nicht ganz so passt, wie ich es eigentlich gerne hätte oder wie es eigentlich sein sollte. Ich mag Bilder mit Wegen drauf. Sie haben für mich eine beruhigende Wirkung. Sie helfen mir beim reflektieren, wo mich mein Weg bisher entlang geführt hat. Wo waren Stolperfallen und wo habe ich nicht auf den Weg geachtet und bin gestürzt? Ich darf nicht immer nur den Weg vor Augen haben, sondern auch die Umgebung. Das wird mir auf den Bildern immer wieder deutlich. Es tut gut, solche Momente zu haben.

Lebenswege

Ich habe noch ein ganzes halbes Jahr am mbs vor mir… das ist nicht mehr viel. Danach verändert sich mein Lebensweg wieder stark. Ein neuer Abschnitt, Veränderung, Ungewissheit – so sehe ich grade mein Leben ab August. Zu Beginn am mbs dachte ich, dass drei Jahre Schule echt viel sind. Diese drei Jahre waren vor mir, wie ein riesiger Berg. Und nun? Nun bin ich fast oben angekommen und denke, dass es eigentlich doch nur ein kleiner Hügel war. Zeit, mein kostbarstes Gut. Das habe ich in den letzten Jahren erfahren und lernen dürfen. Wege – und die Zeit, um diese auch zu gehen… ich verstehe es irgendwie immer erst, wenn die Zeit vorüber ist. Zeit verstreichen lassen, ohne sie zu nutzen ist manchmal sinnvoll – aber auf Dauer schade. Schade, weil man sich viele gute Momente entgehen lässt.

Ich hatte viele schöne und gute Momente.

Lachen. Weinen. Schreien. Verzweifeln. Mut fassen. Auf dem Boden liegen. Aufstehen. Schritt für Schritt. Gespräche. Hoffnung. Wachsen. Beten. Umarmen. Sitzen. Chilln. Humor. Lebensfreude. Krankheit. Anteilnahme. Da-Sein. Helfen. Lernen. Zuhören. Präsentieren. Glauben teilen. Partizipation. Lebensnah. Freude. Herzlichkeit. Mentoren. Spaziergänge. Film-Abende. Partys. Bunter Haufen. Worship. Authentizität. Geniale Menschen. Einzigartigkeit. Anerkennung. Leben teilen. Wohngemeinschaft. Geschwister. Freunde. Beziehungen. Liebe. Klausuren. Ferien. Prüfungen. Verlobungen. Gottesdienste. Projekte. Erlebnispädagogische Kursfindungstage. Zuspruch. Antreiben. Neue Wege gehen. Veränderung. Gemeinschaft. Zugehörigkeit. Lebensschule.

Das sind Dinge, Menschen, Eigenschaften, die ich mit dem mbs und mit meiner bisherigen Zeit verbinde. Ich war die letzten beiden Tage beim SOS-Kongress in Kassel, um unsere Ausbildungsstätte dort mit einem Stand zu vertreten. Eine dreijährige wollte, dass ich mit ihr durch die Räume gehe und sie dabei auf den Händen trage, damit sie Flugzeug spielen kann. Dabei wurde das Filmteam auf mich aufmerksam und begann uns beide zu interviewen. Auf die Frage, was mein Highlight bei dem Kongress sei, sagte ich, dass es der mbs-Stand sei. Natürlich ohne nachzudenken… hinterher dachte ich, ich hätte was schlaueres sagen sollen. Die Seminare dort waren auch super. Aber nein. Mein Highlight war es wirklich mit den anderen beiden Mädels dort zu sein und Interessierten zu erzählen, wie genial unsere Schule ist.

Inzwischen bin ich mir sicher, dass mich mein nächster Lebensweg von Marburg wegführt. Er wird mich aus der Umgebung führen, die mir so ans Herz gewachsen ist. Es hat lange gedauert, aber: Marburg ist mein Zuhause. Das mbs ist in den letzten zwei Jahren ein “Zuhause” geworden – ein riesiges. Ich habe viele Freunde hier, viele, die ich zurücklassen werde. Manche kommen damit klar, andere nicht. Mein Lebensweg führt mich weiter. Er stagniert nicht und schlägt Wurzeln, er ändert seine Richtung.

2011 war es eine radikale Richtungsänderung, als ich mich bekehrt habe. 2012 folgte das mbs und nun 2015 wird es wieder einen neuen Weg geben. Ich habe mein “Zuhause” auf der Erde vielleicht immer nur für ein paar kurze Jahre, bis es wieder wechselt. Aber: Mein “Zuhause” bei Gott werde ich nie verlieren. Das wird vielleicht mal kleiner oder größer, aber es wird seinen Ort nie verlassen. Dem bin ich mir sicher und aus dem Grund fürchte ich meine neuen Lebenswege hier auf der Erde nicht. Sie sind eine Chance, mehr Menschen zu zeigen, dass Gott sie liebt und von meinen bisherigen Wegen zu erzählen. Sie sind auch eine Chance, täglich im Glauben zu wachsen und jedem Tag die Chance zu geben, dass etwas geniales geschehen wird.

In Gott habe ich meine Heimat gefunden – die Erde ist nur eine Reise, die ich sehr gerne weiterführe und gespannt bin, was noch so kommt und wen ich noch treffe…

 

Seid gesegnet.