Nicht aufgeben und Berufung leben…

Seit einem Jahr und neun Monaten fehlt ein sehr wichtiges Lebewesen in meinem Leben. Kalle! Viele haben meine Vermisst-Meldungen geteilt, mitgefiebert und ebenso viele sind selbst losgezogen, um mir meinen größten Wunsch zu erfüllen. Oft sind diese eigenen Versuche gescheitert und haben mein Expertenteam fast verrückt gemacht. Das Gute: Auch nach 1,9 Jahren wird er immer noch gesehen. In sehr unregelmäßigen Abständen, aber er wird gesehen. Mein kleiner Überlebenskünstler. Ich kann die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich ihn eines Tages wieder in meine Arme schließen kann. Er ist ein Teil meines Lebens und wird es immer bleiben, aber er fehlt…

Ich musste mich aus der Sicherungsgruppe rausziehen, weil ich es einfach nicht mehr schaffe, zu sehen, dass Futterstellen leer sind – und dann auf den Kameras zu sehen welche Tiere sich am Futter erfreut haben. Eben – alle außer Kalle.

Sein verschwinden hat eine Kettenreaktion in mir ausgelöst, die alle Mauern um jegliche verdrängten Dinge eingerissen hat. Und nein… ich baue diese Mauern nicht mehr mühevoll wieder auf, sondern ich gehe die Dinge, die ich verdrängen wollte an. Und ich danke meinen Freunden, die mit mir zusammen kämpfen, für mich da sind und mir immer wieder meine Selbstwahrnehmung grade rücken.

Die letzten Jahre waren ziemlich krass und mit vielen Veränderungen in jedem Bereich meines Lebens… aber den genialsten und größten Schritt werde ich Ende des Jahres gehen. Denn dann beginne ich mit dem Master-Fernstudium in Theologie und ich freue mich schon sehr darauf. Auch wenn es bedeutet, dass ich viel Zeit neben der Arbeit hinein investieren muss. Ich fühle mich dazu berufen und habe Bestätigung aus den unterschiedlichsten Richtungen erhalten.

Ihr dürft gerne dafür beten, dass der Einstieg gut wird und dass ich das alles gut hinbekommen kann.

Liebe deine Feinde

Dieser Vers ist Teil der Bergpredigt und steht in Matthäus 5,44-48. Er war gestern der Tagesvers der Youvision BibleAPP und hat mich vor eine Herausforderung gestellt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein friedliebender Mensch bin und Kinder sehr gerne habe. Ich habe gedacht, dass die Arbeit in der Kita erfüllend ist und ich den Kindern helfen kann auf ihrem Weg zum Schulkind Fähigkeiten zu erwerben. Leider ist dies in der Kita, in der ich arbeite nicht wirklich möglich. Und nein, es liegt nicht an den Kindern. Da muss ich sagen, die Kinder können nichts für ihre Eltern.

Eltern, die anfangen, gegen Mitarbeiter zu hetzen, übel nachreden und Gerüchte in die Welt setzen. Eltern, die einem das Wort im Mund umdrehen und es schaffen, dass man mit Bauchschmerzen auf Arbeit erscheint.

Gestern habe ich die Reißleine für mich gezogen und bin (bis ich den Job Ende des Monats wechsel) krankgeschrieben. Ich wollte die drei Wochen durchziehen, der Kinder wegen und auch ein bisschen für mich, aber das wären falsche Motive gewesen.

Viele meiner Freunde haben geschockt reagiert, den Betroffenen Dinge an den Kopf gewünscht und gemeint, ich solle sie doch anzeigen. Diese Reaktion kann ich nachvollziehen, ist aber dennoch nicht meine.

Denn: Liebet eure Feinde! Welchen schwachen Charakter müssen diese Leute besitzen, die so gegen andere gehen? In mir ist keine Wut. Ich habe keine Rachegedanken… in mir ist Traurigkeit und Mitleid. Sie tun mir leid, wenn dies der einzige Weg für sie ist. Und letzten Endes wird Gott Richter sein. Ich sollte mir kein Urteil erlauben. Ich weiß nur, dass Gott diese Menschen auch liebt und dass ich sehr viel von Jesus lernen kann. Besonders in solchen Momenten. Besonders, wenn Menschen so offensichtlich gegen einen sind. Besonders, wenn ich das Gefühl habe, dass ich es nicht ertragen kann. Denn da ist Gott. Er hält mich und trägt mich durch alle Gefahren. Er schirmt mich vor meinen Widersachern ab und beschützt mich.

Und noch eine weitere Komponente darf ich nicht außer Acht lassen: Der Teufel versucht alles, um mich von Gott wegzubekommen. Dass er das Gegenteil mit seinen Aktionen erreicht, ist ihm scheinbar weiterhin nicht bewusst. Er hat mich nicht davon abgebracht aufs Freakstock zu fahren und er wird mich nicht davon abbringen, demnächst Theologie zu studieren. Er wird es versuchen, wird Menschen dazu nutzen, aber Jesus hat schon längst gesiegt – wieso sollte ich da also noch einknicken?

In diesem Sinn: Liebe die, die dich verfolgen und hassen. Mit Liebe rechnen diese Menschen nicht. Und verlass dich auf Gott.

Sei gesegnet und gehe in dem Bewusstsein durch den Tag, dass du Gottes geliebtes Kind bist und er für dich sorgt.