Nicht aufgeben und Berufung leben…

Seit einem Jahr und neun Monaten fehlt ein sehr wichtiges Lebewesen in meinem Leben. Kalle! Viele haben meine Vermisst-Meldungen geteilt, mitgefiebert und ebenso viele sind selbst losgezogen, um mir meinen größten Wunsch zu erfüllen. Oft sind diese eigenen Versuche gescheitert und haben mein Expertenteam fast verrückt gemacht. Das Gute: Auch nach 1,9 Jahren wird er immer noch gesehen. In sehr unregelmäßigen Abständen, aber er wird gesehen. Mein kleiner Überlebenskünstler. Ich kann die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich ihn eines Tages wieder in meine Arme schließen kann. Er ist ein Teil meines Lebens und wird es immer bleiben, aber er fehlt…

Ich musste mich aus der Sicherungsgruppe rausziehen, weil ich es einfach nicht mehr schaffe, zu sehen, dass Futterstellen leer sind – und dann auf den Kameras zu sehen welche Tiere sich am Futter erfreut haben. Eben – alle außer Kalle.

Sein verschwinden hat eine Kettenreaktion in mir ausgelöst, die alle Mauern um jegliche verdrängten Dinge eingerissen hat. Und nein… ich baue diese Mauern nicht mehr mühevoll wieder auf, sondern ich gehe die Dinge, die ich verdrängen wollte an. Und ich danke meinen Freunden, die mit mir zusammen kämpfen, für mich da sind und mir immer wieder meine Selbstwahrnehmung grade rücken.

Die letzten Jahre waren ziemlich krass und mit vielen Veränderungen in jedem Bereich meines Lebens… aber den genialsten und größten Schritt werde ich Ende des Jahres gehen. Denn dann beginne ich mit dem Master-Fernstudium in Theologie und ich freue mich schon sehr darauf. Auch wenn es bedeutet, dass ich viel Zeit neben der Arbeit hinein investieren muss. Ich fühle mich dazu berufen und habe Bestätigung aus den unterschiedlichsten Richtungen erhalten.

Ihr dürft gerne dafür beten, dass der Einstieg gut wird und dass ich das alles gut hinbekommen kann.

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Liebevoll… oder voller Liebe ❤️

Nein, ich bin nicht verliebt und nein, du wirst jetzt keine Liebesgeschichte lesen, die mich betrifft. Also, zumindest fast nicht. Denn ich möchte dir mitteilen, dass DU liebevolle Blicke erhältst. Du wirst von Jesus voller Liebe angesehen. Und ja, ich weiß, das ist sehr direkt, aber ich habe das Gefühl, dass es dran ist gesagt zu werden.

Egal, in welchem Loch du grade steckst, Jesus sieht dich. Er kann besser als jeder andere verstehen, was es bedeutet, in einem Loch zu stecken. Er ist bei dir und lässt dich nicht alleine. Ja, er sitzt mit dir im Loch und wartet darauf, dass du ihm die Hand gibst. Und glaub mir, er hat Geduld, denn du bist ihm wichtig.

Egal, wie tief du grade im Morast steckst… er wartet darauf, dich herauszuziehen. Er liebt dich – auch wenn du stinkst.

Egal, ob du grade Überflieger, Unterflieger, Tollpatsch, Normalo oder sonst wer bist: Jesus liebt dich. Und es ist dabei nicht entscheidend, wie deine Vergangenheit bisher aussah, oder wie du jetzt grade tickst – entscheidend ist, ob du von ihm geliebt werden willst.

Kannst du dir vorstellen, dass er aus Liebe zu dir vor über 2000 Jahren starb, damit er später einmal mit dir die Party der Ewigkeit feiern kann?

Kannst du dir vorstellen, dass es einen Gott gibt, dem es egal ist, welche Scheiße du fabriziert hast – er hat deine gesamte Zukunft im Blick und kann erahnen, was da noch so alles kommt… aber er liebt dich und will den Weg mit dir gehen.

Kannst du dir vorstellen, dass er uns den freien Willen gelassen hat, obwohl es wahrscheinlich das schwerste für ihn war, was er getan hat?! Immerhin weiß er, was es für uns bedeutet.

Jesus liebt dich! Liebst du dich? Und kannst zulassen, von ihm eine Welt gezeigt zu bekommen, die voller Wunder und Liebe ist? Voller Gnade und Vergebung und letztlich auch voller innerem Frieden? Er blickt dich liebevoll an und ist so voller Liebe für dich, dass sich das keiner vorstellen kann.

Für B.

Liebe deine Feinde

Dieser Vers ist Teil der Bergpredigt und steht in Matthäus 5,44-48. Er war gestern der Tagesvers der Youvision BibleAPP und hat mich vor eine Herausforderung gestellt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein friedliebender Mensch bin und Kinder sehr gerne habe. Ich habe gedacht, dass die Arbeit in der Kita erfüllend ist und ich den Kindern helfen kann auf ihrem Weg zum Schulkind Fähigkeiten zu erwerben. Leider ist dies in der Kita, in der ich arbeite nicht wirklich möglich. Und nein, es liegt nicht an den Kindern. Da muss ich sagen, die Kinder können nichts für ihre Eltern.

Eltern, die anfangen, gegen Mitarbeiter zu hetzen, übel nachreden und Gerüchte in die Welt setzen. Eltern, die einem das Wort im Mund umdrehen und es schaffen, dass man mit Bauchschmerzen auf Arbeit erscheint.

Gestern habe ich die Reißleine für mich gezogen und bin (bis ich den Job Ende des Monats wechsel) krankgeschrieben. Ich wollte die drei Wochen durchziehen, der Kinder wegen und auch ein bisschen für mich, aber das wären falsche Motive gewesen.

Viele meiner Freunde haben geschockt reagiert, den Betroffenen Dinge an den Kopf gewünscht und gemeint, ich solle sie doch anzeigen. Diese Reaktion kann ich nachvollziehen, ist aber dennoch nicht meine.

Denn: Liebet eure Feinde! Welchen schwachen Charakter müssen diese Leute besitzen, die so gegen andere gehen? In mir ist keine Wut. Ich habe keine Rachegedanken… in mir ist Traurigkeit und Mitleid. Sie tun mir leid, wenn dies der einzige Weg für sie ist. Und letzten Endes wird Gott Richter sein. Ich sollte mir kein Urteil erlauben. Ich weiß nur, dass Gott diese Menschen auch liebt und dass ich sehr viel von Jesus lernen kann. Besonders in solchen Momenten. Besonders, wenn Menschen so offensichtlich gegen einen sind. Besonders, wenn ich das Gefühl habe, dass ich es nicht ertragen kann. Denn da ist Gott. Er hält mich und trägt mich durch alle Gefahren. Er schirmt mich vor meinen Widersachern ab und beschützt mich.

Und noch eine weitere Komponente darf ich nicht außer Acht lassen: Der Teufel versucht alles, um mich von Gott wegzubekommen. Dass er das Gegenteil mit seinen Aktionen erreicht, ist ihm scheinbar weiterhin nicht bewusst. Er hat mich nicht davon abgebracht aufs Freakstock zu fahren und er wird mich nicht davon abbringen, demnächst Theologie zu studieren. Er wird es versuchen, wird Menschen dazu nutzen, aber Jesus hat schon längst gesiegt – wieso sollte ich da also noch einknicken?

In diesem Sinn: Liebe die, die dich verfolgen und hassen. Mit Liebe rechnen diese Menschen nicht. Und verlass dich auf Gott.

Sei gesegnet und gehe in dem Bewusstsein durch den Tag, dass du Gottes geliebtes Kind bist und er für dich sorgt.

#freakstock2019

Ich liebe dieses Bild. Nicht, weil der Regen die Farben noch besser zur Geltung bringt. Sondern einfach aus dem Grund, dass es mein Motto widerspiegelt. Lerne, im Regen zu tanzen!!!

Es war mein erstes Jahr, wo ich beim Freakstock dabei war. Und ich wäre nicht ich, wenn ich nicht mitgearbeitet hätte. Für mich ging es also schon am Montag (29.07) nachmittags nach Kierspe. Von meinen Technik-Kollegen waren noch nicht viele da, so dass ich zunächst beim Sortieren des Hauptlagers geholfen habe. Dann haben wir uns abends als Team getroffen, die ersten Transporter ausgeladen und Aufgaben besprochen. 16 Leute, teils beruflich in der Veranstaltungstechnik, teils so wie ich Laie, die es ehrenamtlich machen. Ich war voll motiviert und hatte auch etwas „Schiss“ da ich im Secret Garden ab Donnerstag Licht drücken sollte.

Ich will nicht in die Einzelheiten vom Aufbau gehen… nur so viel: Bei den Elektrikern wurde mein Bereich „Sekret Garten“ genannt und die Überschrift „Pleiten, Pech und Pannen“ war wohl beim Aufbau passend. Als es am Donnerstag losging lief alles und ich kam mit dem Pult klar.

Und was soll ich sagen? Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, für die DJs Licht zu drücken und deren Musik und Beats farblich zu gestalten. Ich als Lichttechnikerin aus der Gemeinde gewöhnte mich auch schnell daran, den Strobo einzusetzen (wenn es auch an der ein oder anderen Stelle wahrscheinlich zu viel war…). Ich hatte meinen Spaß und die Teilnehmer und DJs scheinbar auch, ich hatte keine Klagen gehört.

Freitag Abend fing es dann an, dass wir mit Regen zu kämpfen hatten und während die andere Bühne sprichwörtlich unterging und ins Wasser fiel, konnten wir bis 24 Uhr noch weitermachen und es war eine Freude, die Menschen mit übergestülpten Mülltüten, Schirmen und Regenkleidung weitertanzen zu sehen. Allerdings haben auch wir dann wegen dem Regen abbrechen müssen. Dennoch sind wunderbare Bilder dabei entstanden und ich bin sehr glücklich darüber.

Insgesamt habe ich sehr viel lernen dürfen (auch wo meine Grenzen bei Schlafmangel liegen) und habe wunderbare Menschen kennengelernt. Als Team bleiben wir weiter in Kontakt und ich bin gespannt, wen ich nächstes Jahr wieder treffe, denn ich habe definitiv Feuer gefangen.

vom Vertrauen und bedingungsloser Liebe

Es ist Nacht. Mittwoch auf Donnerstag und ich liege wach im Bett. Die letzten Tage waren eine Gratwanderung der Emotionen. Und ich bin an einem Punkt, an dem ich vorher noch nie war. Wusstet ihr, dass Ratten nur dann tief schlafen, wenn sie sich wirklich sicher fühlen? Mücke und Motte (meine beiden Mädels) sind beim kleinsten Geräusch wach und gucken neugierig herum. Seit drei Tagen ist es bei Mücke anders, wodurch das Bild entstanden ist. Sie schläft sogar, während ich sie kraule.

Und ehrlich? Übertragbar auf mich ist es so, dass ich Menschen in meinem Leben habe, denen ich eben dieses anvertrauen kann und mich dennoch sicher fühle. Ich habe keine Sorgen mehr, dass dort doch irgendwo etwas negatives folgen wird. Sonntag habe ich die Predigt von unserer Pastorin Britta gehört und wurde an die bedingungslose Liebe Gottes erinnert. Am Montagabend ging es mir dann so schlecht, dass ich froh war, nicht alleine zu sein, weil mein bester Freund da war. Und heute?

Heute denke ich, dass wir Menschen brauchen, denen wir unser Leben anvertrauen. Wir brauchen Menschen in unserem Leben, die uns zeigen, wer wir sind – wenn wir es vergessen haben. Wir sind bedingungslos geliebte Kinder Gottes.

Heute glaube ich aber auch, dass der Gegenspieler seine Macht ausüben will und uns versucht, von dieser Liebe wegzureißen. Wir stehen ständig in einem Minenfeld und können uns kaum vor Angriffen schützen… das will er uns zumindest vermitteln. Als seien wir machtlos – er will uns zum Aufgeben nötigen.

Heute bin ich fest davon überzeugt, dass Gott stärker ist. Heute weiß ich, dass nichts geschehen kann, was mich von seiner Liebe, seinem Herz wegreißen kann. Heute bin ich davon überzeugt, dass er mir die Menschen an meine Seite stellt, die genau dort stehen sollen. Und dass er mich an genau die Stelle stellen wird, an der ich stehen soll.

Heute – nicht vorgestern! Der Kampf wird jeden Tag aufs Neue losgehen, doch ich weiß, wer am Ende der Sieger sein wird… denn ER hat vor mehr als 2000 Jahren schon gesiegt!

Ich darf Vertrauen und ich werde jeden Tag aufs Neue wieder an die bedingungslose Liebe denken, die mir zuteil wird.

mbs bibelseminar

Ich befinde mich in einer Findungsphase und schaue auf „Alte Zeiten“ zurück. Die beste Zeit, die mich am Weitesten vorangebracht hat, war die Zeit am mbs. Marburger Bildungs- und Studienzentrum heißt es im eigentlichen Sinne. Eine Ausbildung, die mir viel abverlangt hat, aber die mir noch weitaus mehr gegeben hat. Ich profitiere jeden Tag wieder von dem Wissen, das ich dort erwerben konnte. Dozenten, die nicht nur Dozenten sind, sondern Mentoren, Seelsorger, Freunde und Coaches. Ihr Herz hängt an Jesus und am mbs – und damit auch an jedem einzelnen, der dort angenommen wird. Mit vielen bin ich auch über die Zeit in Marburg noch in Kontakt.

Wenn ich einen sentimentalen Moment habe, krame ich mein Missio-Portfolio heraus, das ich bei Prof. Tobias Faix erstellt habe. Inzwischen ist er in Kassel tätig, was für das mbs ein Verlust war. Ich erinnere mich auch unglaublich gerne an andere Fächer und Dozenten. Bei Regina Rauh habe ich sehr viel über das Alte Testament gelernt und die Umgebung von Israel. Da sie schon mehrfach dort war, hat es auch nochmal realitätsbezogene Inhalte – wie sah es früher dort aus und wie heute. Regina ist eine unglaublich starke Dozentin, die auf uns eingegangen ist und es war keine Frage zu dumm. Fossis Unterricht war inspirierend und erfrischend. Es ging von Spiritualität (9 Wege Gott zu lieben…) bis zu Exegese und dank ihm weiß ich auch heute noch, was eine semantische Analyse ist. Lebensnah, reflektiert und begeistert von dem, was sie lehren – so habe ich alle erlebt. Da macht das Lernen nochmal mehr Spaß. Eins der herausforderndsten Fächer war bei Thomas Weißenborn. Er hat uns mit Dogmatik auf Zack gehalten. In den pädagogischen Fächern waren Sabine Lang, Christine Faix (Englisch besonders) und Sabine Rüter unsere Dozentinnen und ich sag dir: Es wurde weder langweilig, noch öde, wenn es um pädagogische Konzepte, Kommunikationstheorien oder Bindungstheorien ging. Ich würde gerne nochmal für einen Monat oder so in den Klassen Mäuschen spielen.

Es ist so unglaublich, was man in drei Jahren alles lernt – von Theologie über Gemeindepädagogik hin zu Pädagogik. Man hat so unglaublich viele Möglichkeiten – und es ist keine Ausbildung nur für den Kopf, nichts, was man nur mal mit Verstand und Fleiß lernen kann. Es ist eine Herzensschule, eine, in der man seine Berufung erfahren kann und viel über sich selbst, sein Leben und seinen Weg mit Gott lernt.

Ich war von 2012-2015 in Marburg, habe mein Anerkennungsjahr in einem familienanalogen Kinderheim absolviert und bin dankbar, für das Wissen, das ich mitnehmen durfte. Und auch für den Rückhalt, den ich auch heute noch durch die Gemeinschaft, durch Dozenten, Freunde und Ehemalige erhalte. Ich würde gerne mehr fürs mbs tun und vielleicht ist dies eines Tages auch dran. Es ist eine Lebensschule, die mich in meinen Fähigkeiten bestärkt hat und zeitgleich eine Möglichkeit geboten hat, an meinen Schwächen zu arbeiten.

Jedem, der Interesse an Theologie und Pädagogik hat, empfehle ich, sich das mbs anzusehen. Es lohnt sich – fürs Leben, für den Glauben, für dich.

Glaube mir, wenn du überlegst, wo du Theologie und Pädagogik (und inzwischen sogar Erlebnispädagogik) auf einmal studieren/lernen kannst und dein Herz für das Reich Gottes schlägt, dann solltest du dich am mbs bewerben. So eine Vielfalt an Pädagogen, Theologen und unterschiedlichen Gemeinden findest du selten. Du lernst, dein eigenes Gottesbild kennen und deinen Glauben mündig zu vertreten. Marburg selbst ist ebenfalls eine unglaublich tolle Stadt, mit vielen Möglichkeiten, dich über die Schule hinweg zu beschäftigen und deine Fähigkeiten und Stärken einzusetzen. Ich würde jederzeit wieder ans mbs gehen – wenn ich die Ausbildung nicht schon absolviert hätte. Aber es gibt noch weitaus mehr Angebote… vielleicht sehen wir uns ja mal 🙂

Neuanfang

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Ich fühle mich, wie diese abgerissene Pusteblume. Ich fühle mich meiner Kräfte beraubt. Mein Innerstes ist leer gesaugt. Und doch gebe ich nicht auf. Ich muss immer wieder daran denken, dass mir gesagt wurde, dass der Scheiß, der mir in meiner Vergangenheit passiert ist, anderen zum Segen wird. Genauso wie die Samen der Pusteblume, die für die Blume ein Verlust bedeutet, anderen allerdings neues Leben schenkt.

Es ist schwer, Altes hinter sich zu lassen. Und es ist schwer, in einem Bereich zu arbeiten, in dem es menschlicher zugehen sollte, als es der Realität entspricht. Es ist erschreckend, wenn man im Kindergarten aufpassen muss, was man sagt, da alles an alle weitergetratscht wird und es einfach kein Ende nimmt. Es braucht die volle Kraft, dort zu arbeiten. Wenn man dann am Wochenende frei hat, ist man froh, wenn man keine anderen Verpflichtungen hat und die Zeit mit Menschen verbringt, die einem gut tun.

Ich wage einen Neuanfang. Jeden Tag auf Neue nehme ich mir vor, dass es besser wird. Ich fange jeden Tag aufs Neue an, meinen Mitarbeitern Vertrauen zu schenken. Jeden Tag aufs Neue nehme ich die Kraft auf mich, den Tag ohne große Blessuren zu überstehen. Und es ist ein großer Kraftakt. Das alles schaffe ich nicht alleine. Neben meinen besten Freunden habe ich Jesus, der mir zur Seite steht, bei jedem Gespräch dabei ist und der mit und für mich kämpft. Ohne ihn bin ich nichts – ein leeres Gefäß. Mit ihm bin ich alles, was mich ausmacht.

Jeden Tag aufs Neue habe ich einen Neuanfang, ein neuer Tag, der mir die Chance gibt, mein Potential zu entfalten. Neuanfänge sind gut, wenn man sie nutzt. Aber es gibt auch Tage, an denen ich nicht neu anfangen will. Tage, an denen ich nicht mehr kämpfen möchte. Es sind Tage, an denen ich keinen Sinn im Neuanfang sehe – und mich frage, wieso ich das erleiden und ertragen muss… Nun ich würde sagen, dass jeder Neuanfang schmerzhaft ist. Man muss sich schließlich eingestehen, dass das Alte sich nicht bewährt hat, oder vorbei ist.

Jeder Tag beginnt mit einem Neuanfang – aber einer ist immer an meiner Seite, auch wenn alle anderen nicht da sind: Jesus. Ihm alleine verdanke ich mein Leben, meinen Lebenswillen und die Hoffnung, dass ich eines Tages meine Berufung erfülle, auch wenn ich noch nicht 100% weiß, wie diese aussieht und eher im Trüben fische. Jesus ist mein Wegbegleiter, Retter und Erlöser und er hilft mir jeden Tag aufs Neue auch die ganzen Täler zu durchwandern. Also, auch wenn ich mich so fühle, wie diese Pusteblume – so weiß ich, dass es einen Sinn gibt auch wenn ich ihn noch nicht sehe.

Kathrin

Kathrin war meine beste Freundin in meiner Kindheit. Unterschiedlicher hätten wir allerdings auch kaum sein können. Sie war groß, blond und unglaublich hübsch und beliebt. Ich, naja, eben das Gegenteil. Aber das war für mich ok, ich war glücklich, sie als Freundin zu haben. Wir haben sehr viel Blödsinn gemacht, Regeln missachtet, schräge Spiele gespielt und waren fast täglich zusammen. Ich lernte sie mit 6 oder 7 Jahren kennen und die Chemie stimmte sofort. Wir fuhren mit den Rädern bis zu 10km weit weg (aber ich sollte nicht auf die andere Seite unseres Dorfes) und spielten SailorMoon nach.

Als Teens (sie war 2 Jahre älter) hatten wir diverse Meinungsverschiedenheiten und entwickelten uns auseinander. Während ich meinen Fokus auf Sport und Realschule hatte, hatte sie ihren Fokus auf Gymnasium und Jungs… Im Februar 2004 haben sie und ich wieder mehr zusammengefunden und viel miteinander gesprochen. Sie jobbte in der Eisdiele und ich war oft Gast 🙂

Am 01.05.04 (also morgen vor 15 Jahren) habe ich die Nachricht bekommen, dass sie in der Nacht gestorben sei. Knapp 1,5 Wochen nach ihrem 18. Geburtstag… es war ein absoluter Schock. Schwarz… meine Welt wurde von jetzt auf gleich komplett schwarz. Nach einer Woche (so lange hat die Obduktion gedauert) war bekannt, dass sie eine nicht erkannte Herzmuskelentzündung hatte und diese die Ursache für den Tod war. Eine Woche wildeste Vermutungen und Theorien, wie sie gestorben sein könnte… eine Woche in der Schule dem Geschwätz ausgesetzt… eine Woche, die sich wie ein halbes Leben angefühlt haben.

Kathrin… 15 Jahre ohne sie… und die Gedanken ziehen in dieser Zeit immer wieder zu ihr. In den Erinnerungen wird sie ewig weiterleben. Der Verlust schmerzt noch immer, auch wenn ich gelernt habe, mit diesem Schmerz dennoch zu leben und für sie mit glücklich zu sein.

Sie hat mir gezeigt, was Freundschaft bedeutet… und ich bin dankbar, dass ich heute Freunde habe, die genauso wunderbar sind. Und irgendwann werde ich sie wiedersehen und mit ihr feiern.

Ich weiß nicht, wieso sie so früh gestorben ist. Ich weiß nicht, wieso generell so junge Menschen sterben müssen… ich werde darauf auch keine Antwort erhalten, so lange ich lebe. Ich weiß nur, dass mein Leben seitdem nochmal intensiver ist – In dem was ich erlebe und fühle.

🚼21.04.86 ✝️01.05.2004

Sri Lanka und meine Gedanken

Ich bin in Gedanken bei unseren christlichen Brüdern und Schwestern in Sri Lanka. Es ist erschütternd, schmerzhaft und absolut unverständlich was die Islamisten tun. Wie kann ein Gott so grausam sein und wollen, dass sie sich selbst opfern?

Spätestens nach Hitler ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die sich selbst und andere für einen höheren Zweck und ein höheres Ziel opfern… aber mir ist es unbegreiflich, wie man ein solches Gottesbild haben kann.

Ich bin Christ. Ich glaube an einen Liebenden, gnädigen und gerechten Gott. Ich glaube daran, dass Jesus aus Liebe zu uns allen an das Kreuz gegangen ist und ich glaube daran, dass wir dadurch zu Gott kommen werden. Und diejenigen, die in der Kirche waren, als sie explodierte, haben ebenfalls an diesen Jesus geglaubt und ihr Leben verloren. Und doch haben sie viel mehr gewonnen, denn der Tod kann ihnen nichts anhaben. Jesus ist Sieger über den Tod!!! Sie leben ewig weiter, an der Seite unseres großen Heilands.

Menschen lassen sich nicht einfach so radikalisieren! Im tiefsten Herzen glaube ich sogar, dass da Eifersucht auf uns dahintersteckt. Sie leben in einer Welt, die keinen liebenden Gott zulässt. Sie leben um zu überleben und können so einfacher instrumentalisiert werden.

Wir Christen haben heute mehr denn je die Aufgabe, Gottes Liebe in die Welt zu tragen. Wir müssen im Gebet für alle verfolgten Brüder und Schwestern eintreten und zeigen, dass weder Tod noch Leben, weder Sichtbares noch Unsichtbares uns von Jesus trennen kann. Es ist schwer, ich möchte manchmal am Liebsten den Kopf in den Sand stecken, aber das lässt die andere Seite nur jubeln. Und diesen Triumph gönne ich weder den Islamisten, noch dem Teufel oder einer anderen Kreatur.

Jesus sagte: „In der Welt habt ihr Angst, doch seht, ich habe die Welt überwunden!“

Jeder Tod eines Christen ist ein verlorener Kampf der Islamisten! Auch wenn es uns schwerfällt, diese Denkweise zu haben. Jesus hat den Tod besiegt – für uns fängt nach dem Tod erst das wahre Leben an. Diese Denkweise hilft mir, in dem ganzen Leid und der Not einen Sinn zu sehen.

An alle, die verfolgt werden, die Not erleiden müssen: Ihr seid nicht alleine! Jesus ist bei euch und wir sind im Gebet vereint!

Tägliche Kämpfe

Ich bin heute absolut nicht gut drauf… kann nicht arbeiten, weil ich den Nacken steif habe, bzw. einen Nerv eingeklemmt habe.

Gestern Abend war ich so blöd und habe mich ausgesperrt- das doofe war, dass mein Schlüssel von innen in der Türe hing. Freunde von mir haben geholfen, dass ich wieder in die Wohnung kann. Wir haben es nicht geschafft. So musste dann doch der Schlüsseldienst her… er kam zur genannten Zeit und brauchte nicht mal eine Minute um meine Tür aufzumachen.

Wenn ich jetzt nur auf die Situation achte, könnte ich sagen: „Pech gehabt, passiert!“ Aber das habe ich nicht. Ich bin wieder in ein Loch gefallen, zweifel an mir (da ich meinen Schlüssel sonst nicht vergesse) und daran, dass es nicht so sinnvoll ist, gut laufende Zeiten zu genießen… da direkt die nächsten schlechten kommen und ich diese nicht erwarte.

Dieses Denken zeigt mir die Angriffe des Teufels. Ich glaube an Jesus – damit glaube ich auch an den Teufel und der tut alles dafür, dass wir eben nicht am Glauben dran bleiben. Er schickt uns Ablenkung und Nöte. Er manipuliert und lässt uns ein Verhalten annehmen, das uns gegenüber unseren Mitmenschen nicht grade wertschätzend und liebend wirken lässt. Und kleine Sticheleien und dissen machen manche Beziehungen schwieriger… und das kommt nicht von Gott.

Jeden Tag aufs Neue ist es ein Kampf. Ein Kampf zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Ein Kampf zwischen meiner Psyche und meinem Alltag. Ein Kampf zwischen Glauben und Zweifel. Jeden Tag aufs Neue ist die Frage: „Was kommt heute?“, in meinem Kopf.

Ich möchte positiv denken und positiv an die Zukunft gehen, aber bei all dem, was in der Vergangenheit war, ist das doch eher schwierig. Alles was ich machen kann, ist, den jetzigen Augenblick zu genießen… was mit Ibuprofen und Novalgin auch jetzt irgendwie möglich ist.

Der Teufel wird mich nicht klein kriegen, mein Glaube ist stärker! Und wenn ich mich schwach fühle und nichts wert, weiß ich, dass Jesus mich trägt und mir zur Seite steht.