Kathrin

Kathrin war meine beste Freundin in meiner Kindheit. Unterschiedlicher hätten wir allerdings auch kaum sein können. Sie war groß, blond und unglaublich hübsch und beliebt. Ich, naja, eben das Gegenteil. Aber das war für mich ok, ich war glücklich, sie als Freundin zu haben. Wir haben sehr viel Blödsinn gemacht, Regeln missachtet, schräge Spiele gespielt und waren fast täglich zusammen. Ich lernte sie mit 6 oder 7 Jahren kennen und die Chemie stimmte sofort. Wir fuhren mit den Rädern bis zu 10km weit weg (aber ich sollte nicht auf die andere Seite unseres Dorfes) und spielten SailorMoon nach.

Als Teens (sie war 2 Jahre älter) hatten wir diverse Meinungsverschiedenheiten und entwickelten uns auseinander. Während ich meinen Fokus auf Sport und Realschule hatte, hatte sie ihren Fokus auf Gymnasium und Jungs… Im Februar 2004 haben sie und ich wieder mehr zusammengefunden und viel miteinander gesprochen. Sie jobbte in der Eisdiele und ich war oft Gast 🙂

Am 01.05.04 (also morgen vor 15 Jahren) habe ich die Nachricht bekommen, dass sie in der Nacht gestorben sei. Knapp 1,5 Wochen nach ihrem 18. Geburtstag… es war ein absoluter Schock. Schwarz… meine Welt wurde von jetzt auf gleich komplett schwarz. Nach einer Woche (so lange hat die Obduktion gedauert) war bekannt, dass sie eine nicht erkannte Herzmuskelentzündung hatte und diese die Ursache für den Tod war. Eine Woche wildeste Vermutungen und Theorien, wie sie gestorben sein könnte… eine Woche in der Schule dem Geschwätz ausgesetzt… eine Woche, die sich wie ein halbes Leben angefühlt haben.

Kathrin… 15 Jahre ohne sie… und die Gedanken ziehen in dieser Zeit immer wieder zu ihr. In den Erinnerungen wird sie ewig weiterleben. Der Verlust schmerzt noch immer, auch wenn ich gelernt habe, mit diesem Schmerz dennoch zu leben und für sie mit glücklich zu sein.

Sie hat mir gezeigt, was Freundschaft bedeutet… und ich bin dankbar, dass ich heute Freunde habe, die genauso wunderbar sind. Und irgendwann werde ich sie wiedersehen und mit ihr feiern.

Ich weiß nicht, wieso sie so früh gestorben ist. Ich weiß nicht, wieso generell so junge Menschen sterben müssen… ich werde darauf auch keine Antwort erhalten, so lange ich lebe. Ich weiß nur, dass mein Leben seitdem nochmal intensiver ist – In dem was ich erlebe und fühle.

🚼21.04.86 ✝️01.05.2004

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Sri Lanka und meine Gedanken

Ich bin in Gedanken bei unseren christlichen Brüdern und Schwestern in Sri Lanka. Es ist erschütternd, schmerzhaft und absolut unverständlich was die Islamisten tun. Wie kann ein Gott so grausam sein und wollen, dass sie sich selbst opfern?

Spätestens nach Hitler ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die sich selbst und andere für einen höheren Zweck und ein höheres Ziel opfern… aber mir ist es unbegreiflich, wie man ein solches Gottesbild haben kann.

Ich bin Christ. Ich glaube an einen Liebenden, gnädigen und gerechten Gott. Ich glaube daran, dass Jesus aus Liebe zu uns allen an das Kreuz gegangen ist und ich glaube daran, dass wir dadurch zu Gott kommen werden. Und diejenigen, die in der Kirche waren, als sie explodierte, haben ebenfalls an diesen Jesus geglaubt und ihr Leben verloren. Und doch haben sie viel mehr gewonnen, denn der Tod kann ihnen nichts anhaben. Jesus ist Sieger über den Tod!!! Sie leben ewig weiter, an der Seite unseres großen Heilands.

Menschen lassen sich nicht einfach so radikalisieren! Im tiefsten Herzen glaube ich sogar, dass da Eifersucht auf uns dahintersteckt. Sie leben in einer Welt, die keinen liebenden Gott zulässt. Sie leben um zu überleben und können so einfacher instrumentalisiert werden.

Wir Christen haben heute mehr denn je die Aufgabe, Gottes Liebe in die Welt zu tragen. Wir müssen im Gebet für alle verfolgten Brüder und Schwestern eintreten und zeigen, dass weder Tod noch Leben, weder Sichtbares noch Unsichtbares uns von Jesus trennen kann. Es ist schwer, ich möchte manchmal am Liebsten den Kopf in den Sand stecken, aber das lässt die andere Seite nur jubeln. Und diesen Triumph gönne ich weder den Islamisten, noch dem Teufel oder einer anderen Kreatur.

Jesus sagte: „In der Welt habt ihr Angst, doch seht, ich habe die Welt überwunden!“

Jeder Tod eines Christen ist ein verlorener Kampf der Islamisten! Auch wenn es uns schwerfällt, diese Denkweise zu haben. Jesus hat den Tod besiegt – für uns fängt nach dem Tod erst das wahre Leben an. Diese Denkweise hilft mir, in dem ganzen Leid und der Not einen Sinn zu sehen.

An alle, die verfolgt werden, die Not erleiden müssen: Ihr seid nicht alleine! Jesus ist bei euch und wir sind im Gebet vereint!

Tägliche Kämpfe

Ich bin heute absolut nicht gut drauf… kann nicht arbeiten, weil ich den Nacken steif habe, bzw. einen Nerv eingeklemmt habe.

Gestern Abend war ich so blöd und habe mich ausgesperrt- das doofe war, dass mein Schlüssel von innen in der Türe hing. Freunde von mir haben geholfen, dass ich wieder in die Wohnung kann. Wir haben es nicht geschafft. So musste dann doch der Schlüsseldienst her… er kam zur genannten Zeit und brauchte nicht mal eine Minute um meine Tür aufzumachen.

Wenn ich jetzt nur auf die Situation achte, könnte ich sagen: „Pech gehabt, passiert!“ Aber das habe ich nicht. Ich bin wieder in ein Loch gefallen, zweifel an mir (da ich meinen Schlüssel sonst nicht vergesse) und daran, dass es nicht so sinnvoll ist, gut laufende Zeiten zu genießen… da direkt die nächsten schlechten kommen und ich diese nicht erwarte.

Dieses Denken zeigt mir die Angriffe des Teufels. Ich glaube an Jesus – damit glaube ich auch an den Teufel und der tut alles dafür, dass wir eben nicht am Glauben dran bleiben. Er schickt uns Ablenkung und Nöte. Er manipuliert und lässt uns ein Verhalten annehmen, das uns gegenüber unseren Mitmenschen nicht grade wertschätzend und liebend wirken lässt. Und kleine Sticheleien und dissen machen manche Beziehungen schwieriger… und das kommt nicht von Gott.

Jeden Tag aufs Neue ist es ein Kampf. Ein Kampf zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Ein Kampf zwischen meiner Psyche und meinem Alltag. Ein Kampf zwischen Glauben und Zweifel. Jeden Tag aufs Neue ist die Frage: „Was kommt heute?“, in meinem Kopf.

Ich möchte positiv denken und positiv an die Zukunft gehen, aber bei all dem, was in der Vergangenheit war, ist das doch eher schwierig. Alles was ich machen kann, ist, den jetzigen Augenblick zu genießen… was mit Ibuprofen und Novalgin auch jetzt irgendwie möglich ist.

Der Teufel wird mich nicht klein kriegen, mein Glaube ist stärker! Und wenn ich mich schwach fühle und nichts wert, weiß ich, dass Jesus mich trägt und mir zur Seite steht.

Mein Fasten-Fazit

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In einem meiner letzten Beiträgen habe ich über mein diesjähriges Fasten geschrieben. Darüber, dass „Nicht Jammern“ angesagt ist. Ehrlich? Das war leichter gesagt, als getan. Ich habe neben #nichtjammern auch noch #egofasten mitgemacht. Und die Kombination hat an so manch einem Tag ziemlich Kraft gekostet. Im Gesamten muss ich allerdings sagen, dass ich es kaum einen Tag nicht geschafft habe und ich darüber ziemlich glücklich bin. Sich vorzunehmen, nicht zu jammern, ist ein großer Vorsatz… und ehrlich? Er macht tatsächlich zufriedener. Ich habe in den letzten 6 Wochen meinen Fokus darauf gelegt, was positiv läuft. Ich habe meine Sprache und mein Denken umgestellt und damit auch meine innere Haltung verändert. Natürlich jammere ich gelegentlich… aber ich versuche mich schnell wieder auf anderes zu fokussieren und mich nicht auf der Spirale nach unten festzuklammern, wie ich es sonst gerne tue/getan habe.

Da es ein Erfolgserlebnis ist, dass ich es die 6 Wochen bis Ostern geschafft habe, habe ich nun beschlossen, dass es so bleiben kann. Ich möchte nicht mehr in alte Denkmuster hineinfallen (obwohl es heute innerlich und emotional wieder mal soweit war…) und mich im Sumpf des Jammerns und des Selbstmitleids verlieren. Der Blick auf die Dinge, die gut laufen ist doch weitaus angenehmer und lässt mich mehr entspannen als jammern.

Und die Sache mit dem Egofasten… nun… die ist mir nicht wirklich schwer gefallen, was aber auch daran liegt, dass mein Ego sehr wenig ausgebildet ist und ich meist eher auf andere und deren Bedürfnisse achte, als auf mich selbst. Ich habe beide Seiten während dem Fasten gemacht… ich habe das Egofasten einmal so angewendet, dass ich von mir weg und auf andere geguckt habe, was mir wunderbare Begegnungen und Gespräche gebracht hat. Ich habe aber auf der anderen Seite das Egofasten genutzt, um mich auf mich selbst zu fokussieren und dadurch auch ein Stückchen zu mir selbst gefunden.

Beides (Egofasten und nicht jammern) benötigt eine ordentliche Portion Mut und viel Selbstbeherrschung. Und auch eine große Reflektionsfähigkeit. Denn: Das egofasten bezieht sich nicht darauf, sich in den Hintergrund zu stellen um dann zu hören, wie gut und selbstlos man war. Es bedeutet, dass man sich ohne Erwartungen und ohne Gegenleistung zurück nimmt. Und beim nicht jammern habe ich abends immer nochmal einen Punkt gehabt, wo ich überlegt habe, ob ich mich über den Tag daran gehalten habe, oder nicht.

IMG_1704Mein Fazit: Beides hat mir geholfen, mich auf die positiven Dinge zu konzentrieren und somit gelegentlich einen ganz kleinen Jesus-Blick einzunehmen. Denn Jesus war der selbstloseste Mensch, den es je gegeben hat und nicht mal am Kreuz hat er gejammert, wo er alles Recht der Welt gehabt hätte… und ihm möchte ich ähnlicher werden – und mich selbst dabei mehr finden.

Nachtrag: Heute Abend hat mir beides geholfen, mich nicht wieder in einer Spirale wiederzufinden, aus der ich schlecht heraus komme. Und dies werde ich garantiert nicht aufgeben und kann es jedem nur empfehlen.

Enttabuisierung!!!

Heute ist ein besonderer Tag für mich. Und eigentlich sollte ich an mich denken, und positiv und so weiter. Doch das tue ich nicht. Ich bin eher nachdenklich und überlege, wie ich ein Tabu brechen kann, über das ich nur in ausgewählten Rahmen sprechen konnte. Ein Tabu, das uns die Gesellschaft bis heute als Tabu vermittelt. Menschen MÜSSEN funktionieren. Sie MÜSSEN sich anpassen und wehe, sie tuen dies nicht. Menschen, die dem Druck der Gesellschaft nicht nachgeben, werden schnell ausgegrenzt und werden gemieden. Die Gesellschaft schreibt die Tabus vor und wir müssen uns daran orientieren. Ich sage da nur PUSTEKUCHEN!!! zu.

Wie viele Menschen kennst du, die psychisch krank/labil/angeknackst sind? Mit wie vielen bist du befreundet, lebst du zusammen, wächst du zusammen auf…? Oder bist du vielleicht sogar selbst betroffen?

Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2016 deutschlandweit 46.258 Menschen infolge von psychischen und Verhaltensstörungen. Das ist eine sehr hohe Zahl. Im Vergleich zu 2008 wo es „nur“ 18.850 Todesfälle waren, steigt die Opferzahl rapide an. Und keiner macht den Mund auf. Suizide werden totgeschwiegen. (Sorry für das Wortspiel)

Die Opfer sind meist Opfer ihrer selbst geworden – aber was ist mit den Angehörigen? Sie können meist nur tatenlos zusehen, sind hilflos und werden von der Gesellschaft gemieden, nicht verstanden und oft sogar in die Täterrolle gesteckt. Meine lieben Leute: So leicht ist das leider nicht!!!

Ich habe durch meine Therapie gelernt (und lerne noch), wie ich mit mir, Triggern und meinem Verhalten klar kommen kann. Ich WOLLTE wirklich und ernsthaft aus dem negativen Sog heraus und bin auf einem guten Weg. Wenn dieser Wille nicht da ist, bringt keine Therapie der Welt etwas. Ich bin selbst von einer instabilen Psyche betroffen, habe unterschiedlich gute und schlechte Tage, aber ich bin auch Angehörige, was meine Verfassung nicht grade besser macht. Meine mittlere Schwester hat seit 13 Jahren eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), verletzt sich selbst, bekommt kaum positive Gedanken zustande und versucht sich immer wieder das Leben zu nehmen. Es ist eine sehr belastende Situation, nicht nur für mich als große Schwester, sondern auch für meine Eltern. Und glaub mir, sie haben wirklich alles für meine Schwester gemacht, damit sie selbst einen Weg findet, aber scheinbar will sie es nicht. Das ist ihr Leben, ihr Wille und für uns ist es absolut kaum möglich, diesen Willen zu akzeptieren.

Ich bin dankbar für meine Freunde, mit denen ich über sie sprechen kann, die es mit mir aushalten, wenn ich erzählen muss, dass sie wieder Scherben geschluckt hat. Ich bin dankbar für alle Menschen, die für meine Eltern und meine jüngste Schwester da sind und sie im Glauben bestärken. Und allen, die fragen: „Wie könnt ihr dabei noch an einen Gott glauben?“, antworte ich, dass sie einen scheinbar sehr schwachen Glauben haben, wenn sie Gottes Wesen und Güte daran festmachen, dass es allen gut geht und er immer heilt, wenn wir es wollen. Wenn ich nicht den Glauben an meinen Retter, Erlöser, Held, Freund, Vater, Bruder, Fürsprecher… hätte, wäre ich selbst schon längst zugrunde gegangen. Ohne meinen Glauben bin ich nichts! Die Menschen, die an meiner Seite stehen, mit mir für meine Schwester beten und mich halten, die zählen. Die Menschen, die es aushalten, dass jederzeit eine negative Nachricht kommen kann, die zählen. Die Menschen, die uns Kraft, Wärme, Liebe und Geduld schenken, die hat uns der Himmel geschickt.

Was aus meiner Schwester wird, weiß nur Gott… und so darf es auch sein. Sie hat einen eigenen freien Willen – und letztendlich muss sie sich für oder gegen ihr Leben entscheiden. Ich kann nur sagen, dass ich das, was ich tun konnte getan habe. Ab einem gewissen Punkt muss man sich leider auch selbst schützen – und das musste ich sehr schmerzhaft erfahren. Wenn man Angst bekommt, wenn die eigene Mama anruft, weil man denkt es ist wieder was passiert. Wenn man Zuhause ist und Bilder nicht loswird, die Jahre vorher gewesen sind. Wenn man verzweifelt versucht zu helfen und die Hilfe immer wieder von der Mauer zurückprallt… dann muss man irgendwann für sich selbst Grenzen ziehen. Man muss selbst für sich sorgen, sich Gutes tun und sich selbst immer ganz genau im Blick haben.

Du hast heute einen Einblick in meine Erlebens- und Gedankenwelt erhalten, den ich vorher nur meinen engsten Freunden zu teil werden ließ. Ich weiß nicht, in welcher Situation du steckst, aber ich weiß, dass Gott dich im Blick hat. Er ist für dich da und sorgt für dich.

Wenn du ebenfalls wie ich eine Angehörige bist und Rede-(Schreib-)Bedarf hast, darfst du dich sehr gerne melden. Ich tausche mich gerne mit anderen Betroffenen aus, denn gemeinsam können wir unsere Kräfte bündeln.

Sei gesegnet und habe einen genauso schönen Tag wie ich ihn nun noch haben werde.

Gruß Jules

Kein Grund zu jammern!

Das Kranksein hat mich wie eine Welle überrollt, die Viren tosen über mir, bzw. in mir und ich kann nur zusehen, inhalieren ein paar Medis schlucken und hoffen, dass es bald wieder besser geht.

ABER: Mein Fastenziel ist es, in der Zeit nicht zu jammern. Ich gucke von mir weg, habe andere mehr im Blick. Wieso sollte ich es einfach haben, das Ziel zu erreichen? „Schwer“ ist doch das in meinem Leben, was mir zum größten Wachstum verholfen hat. Und so sehe ich es dieses Mal eben auch.

Ich bin für so vieles unglaublich dankbar! Dankbar, dass Freunde von mir ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht haben. Ich bin dankbar, dass Kalle immer noch gesehen wird und es ihm laut den Sichtern auch gut geht. Ich bin dankbar, für meine Freunde, auf die ich mich zu jeder Zeit verlassen kann und die mir unglaublich viel bedeuten. Ich bin dankbar für meine jüngste Schwester, die einfach unglaublich stark ist und ihren Weg geht. Ich bin dankbar für meine Mama, die einen großen Anteil daran hat, wie sich mein Charakter gebildet hat. Ich bin dankbar für meine Gemeinde, mein Zuhause, meine Arbeit und vor allem auch meiner Therapeutin, die mich immer wieder darin unterstützt, aus der Spirale der Wertlosigkeit auszubrechen.

Bei so vielen Gründen zu Danke bleibt keine Zeit zum Jammern.

Sei gesegnet und beschützt.

Kalle… und wie er mein Leben veränderte

Ein Jahr ist es her… genau ein Jahr und 27 Tage! Er ist immer noch weg. 😦 Mein Leben hat es vollkommen auf den Kopf gestellt. Ich bin in ein Loch gerutscht, aus dem ich nicht selbst herauskam. Und das NICHT allein, weil mein Hund weggelaufen ist!

Ich habe mein ganzes Leben immer so gelebt, dass ich die Starke bin, die alles unter Kontrolle hat. Egal welche Katastrophe, ob mein Opa starb, meine beste Freundin zuvor oder meine Oma danach… egal ob meine Schwester wieder im Krankenhaus war… egal dass der Kontakt zur Familie zeitweise ausblieb… Ich war die Starke! Nur eine Rechnung blieb offen: Die meiner Hochsensibilität…

Ich nehme Emotionen stärker und früher wahr, reagiere bei gewissen Gerüchen extremer und kann ohne Vorurteile auf Menschen zugehen… das alles ist eine wunderbare Gäbe, aber ebenso auch Fluch. Und es gab in den letzten zehn Jahren eine Zeit, in der ich nicht auf mich geachtet habe, meine Bedürfnisse/Wünsche/Gefühle waren für mich nicht existent.

Als Kalle weggelaufen ist, brach mein Kontrollsystem zusammen. Hilflosigkeit und Kontrollverlust führten dazu, dass mein System mit dm ich alles verdrängen konnte einbrach und somit alles nach oben katapultierte. Damit ich damit überhaupt irgendwie klarkam fokussierte ich mich auf die Suche nach Kalle. Ich musste krankgeschrieben werden, da ich an Schlafmangel, emotionalen Zusammenbrüchen und Depression litt.

Inzwischen habe ich einen neuen Job, Therapie und schon einen Teil meiner verdrängten Themen bearbeitet – verarbeitet aber noch nicht. Kalle und sein Verlust haben mir gezeigt, was bei mir selbst im Argen liegt. Und ganz ehrlich? Anders hätte ich immer so weitergemacht wie zuvor. Ich hätte nichts verändern müssen, weil es ja irgendwie ging…

Ich wünsche mir nichts mehr, als Kalle wieder in meine Arme schließen zu können. Ich möchte mich bei ihm bedanken, dass er durch seine Abwesenheit mir zu mir selbst verholfen hat.

Was leider wenige Hundebesitzer verstehen ist die Tatsache, dass ich selbst es psychisch nicht schaffe, die Futterstellen zu betreuen, die wir (Ines, Idgie, Conny, Saskia, Ilka, Tanja, Heike und viele mehr) immer wieder neu einrichten. Ich schaffe es nicht und das aus zwei Gründen. Der erste: Ich werde immer wieder an die Hilflosigkeit und meine Gefühle aus der Anfangszeit erinnert, die mit Macht über mich kommen wollen. Der Zweite: Es ist für mich absolut frustrierend und niederschmetternd, wenn Kalle wieder nicht auf den Bildern der Kameras ist oder ich feststellen muss, dass wieder eine geklaut wurde.

Kalle bedeutet mir unglaublich viel und er ist mein Hund, aber ich bin unglaublich dankbar für mein Team, das die Futterstellen übernimmt. Helfe ich gelegentlich mal aus, weiß ich, dass ich danach psychisch sehr aufpassen muss, nicht wieder im Loch zu versinken. Für Ines ist es genauso schwer, doch sie haben Laika, zu der sie dann gehen kann, sie knuddeln kann und Trost findet… bei mir Zuhause warten nur meine Kuscheltiere und das ist kein Trost – wenn da vorher Kalle war.

Lasst also das urteilen und verurteilen und achtet auf euch und eure Fellnasen. Besonders jetzt vor Silvester!

Schwarz, weiß und irgendwas dazwischen…

Schönheiten, wie diesen Himmel, nehme ich immer wieder im Augenwinkel wahr. Das Aufgehen der Sonne – gemischt mit einem Arzttermin. Einem von vielen in letzter Zeit…

Und das nicht nur bei mir. Wie kann ein Mensch mit 22 Jahren einen Schlaganfall erleiden? Eine Erkrankung, die bis vor Jahren hauptsächlich bei alten Menschen auftrat, verjüngt sich zunehmend. Eigentlich ziemlich erschreckend und bei unseren Gesundheitskassen sollten eigentlich alle Alarmglocken schrillen. Aber scheinbar werden lieber die Folgen „versorgt“, statt Prävention zu betreiben. Die Diagnose „Schlaganfall“ habe nicht ich bekommen, und dennoch war das eine schwarze Nachricht. Eine, die man eigentlich nicht erhalten möchte…

Der Anfall hat ein großes Loch im Herz als Ursache. Also, wenn ich von groß spreche, dann meine ich groß. Und das ist ebenfalls eine sehr schwarze Nachricht. Du willst eine weiße Nachricht?

Ohne den Anfall wäre das Loch nicht entdeckt worden. Und all die Jahre über hätte weitaus schlimmeres geschehen können. Es grenzt an ein Wunder und auch, dass wahrscheinlich keine Folgen zurück bleiben werden. Das Loch kann verschlossen werden… alles weitere wird uns die Zeit zeigen.

Gott ist so unfassbar nah in solchen Situationen, das kann ich nicht in Worte fassen. Wir leben jeden Tag aufs Neue in dieser kaputten Welt, die voller Hass zu sein scheint. Wir stehen mitten im Kampf gegen die Stürme der Gewalt, Missgunst, Anfechtung und all dem anderen. Und dabei haben wir die stärkste Waffe: LIEBE. Die Liebe ist stärker und wird es immer sein. Solange wir Liebe in uns tragen, wir es in und um uns niemals nur schwarz und weiß geben, denn sie bringt uns die unterschiedlichsten Töne. Und jetzt so kurz vor der 3. Adventwoche sollten wir uns besinnen, auf das was in unserem Leben wirklich zählt. Wir sollten unseren Blick auf die weißen Flecken lenken und das Schwarz kleiner werden lassen.

Ich wünsche dir einen gesegneten 3. Advent!

Ein kleines Licht…

Ich fühle mich als kleines Licht in diesem riesigen Universum. Ein ganz kleines Licht auf dieser Welt. Und als eben wieder so etwas wie panikähnliche Gedankenwellen in meinem Kopf ineinander fielen und an meiner Gehirnwand brachen… war DER Moment da. Ein Moment, der mich an früher erinnert hat und mir die Sehnsucht nach Oma Marthas Pfannkuchen in den Körper pflanzte. Wenn es die früher gab, war die Welt in Ordnung. Die Pfannkuchen versprachen an den Tagen wo es mir nicht so gut ging, dass alles wieder gut würde. Genau dieses Gefühl wollte ich. Rezept: da… alles vorhanden, außer Mehl.

Also, ich los in den nächsten Supermarkt, verbunden mit einem Spaziergang, den ich ja eh grade brauche. Ich stehe vor dem Fach mit dem Weizenmehl und??? Leer! Wie kann es sein, dass das fu… Mehl leer ist? Mehl!!! Es kam einer Desillusionierung gleich. Von jetzt auf gleich fiel der Vorhang.

Es wird nichts mehr gut! Und das schon seit Jahren, Jahrzehnten nicht mehr. Wir richten die Welt zugrunde und haben doch nur unsere eigene Generation vor Augen… nach uns die Sintflut. Nur, dass sie schon vor uns war und wir es eigentlich besser machen sollten. Aber wir können nicht. Und wieso? Weil wir nur Menschen sind. Menschen machen Fehler und sind nicht perfekt. Demnach können wir auch kein perfektes Leben auf einer perfekten Erde führen. Viele von uns versuchen es… schaufeln immer mehr Geld an wie Dagobert Duck… aber perfekt ist deren Leben auch nicht. Und andere? Sie leben ein ziemlich kaputtes Leben in einer ziemlich kaputten Welt.

Wenn dieses doofe nicht vorhandene Mehl mich darauf hinweisen kann, wie kaputt doch alles ist, worauf hat dann die Verkäuferin mit den Worten „das Mehl ist morgen Nachmittag bei der Lieferung dabei“ bei hingewiesen?

Es gibt einen nächsten Tag. Es gibt eine Hoffnung, die uns bringen wird, was wir brauchen. Eines Tages wird Jesus wieder kommen, in unsere kaputte Welt und in unsere dreckigsten Flecke unseres Daseins und wird uns reinigen. Er wird das neue Reich aufbauen und wir dürfen es bewohnen, so wie Gott es sich von Beginn an vorgestellt hat.

Ein Teil meiner Gedanken ist aus der Predigt von unserem Pastor M. Bendorf heraus weiter gedacht oder umgeändert worden. Predigten, die doch so einen alltäglichen Bezug haben, dass jeder etwas mit seinen Worten anfangen kann.

Heute war nicht mein bester Tag. Und ich mag auf dieser Erde nur ein ganz kleines Licht sein. ABER: ich werde leuchten und zusammen mit anderen kleinen Lichtern ein größeres Licht ergeben. Und morgen gibt es dann Pfannkuchen und vielleicht wird dann schon mal etwas wieder besser.

Schubladen

Was macht mich aus? Was sehen Menschen, die mich nicht kennen? Grüne Augen… aber ist meine Augenfarbe grün? Bin ich kategorisierbar? Schubladierbar in die Schublade der Grünäugigen? Nein. Meine Augenfarbe wechselt und es hat noch keiner herausgefunden, aus welchem Grund. Sie sehen eine kräftige Figur und oft genug spüre ich musternde Blicke auf mir. Dass ich über 20 Jahre regelmäßig Sport mache, können sie nicht erkennen. In welcher Schublade lande ich jetzt? Ich will es gar nicht wissen.

Aber was macht mich aus? Was macht dich aus? Worüber definierst du dich? Oder wirst du eher von anderen definiert?

Wer darf mir Wert geben? Wer darf mir wert absprechen? Es sind Fragen, die in den letzten Tagen immer wieder in meinem Kopf spuken. Immer wieder gebe ich Menschen die Macht, mich in Schubladen stecken zu können – ohne, dass ich mich wehre. Ich gebe Ihnen die Macht, über mich zu urteilen. Doch steht ihnen die Macht zu?

Heute beim Sonnenaufgang habe ich für mich eine Antwort gefunden und auch, wenn es mir gesundheitlich noch nicht viel besser geht, so geht es meinem Innersten doch definitiv besser.

Der Einzige, der über mich urteilen darf (und es bei meinem Tod auch wird) ist mein himmlischer Vater. Und ich möchte keinen Wert auf irgendwelche Schubladen engstirniger Menschen legen. Ich bin mehr, als so eine einzige Schublade beinhalten könnte (und das tatsächlich zweideutig betrachtet 😂). Wie auch immer du es siehst, ich wünsche dir, dass du einen guten Umgang findest. Du bist mehr Wert, als dir ein Mensch zusprechen oder abzusprechen versucht.