Mein Jahresrückblick 2020

Das Jahr hat gut angefangen, ich dachte, dass es endlich mein Jahr wird. Das hielt für 3 Tage… dann hatte ich mir solidarisch zu meiner Schwester meine Haare auf 3mm abrasiert (sie bekam die Diagnose Epilepsie, nachdem sie durch einen Krampf Hirnbluten und Schädelbasisbruch hatte und für die Notoperation die Haare abrasiert wurden)… Und dann wurde ich krank, verlor meine Stelle bei der Zeitarbeitsfirma und war kurz am Straucheln. Fing mich und ergriff meine Chance und begann im Haus Regenbogen wieder. Es war verbunden mit Sorgen und Ängsten, der Verantwortung nicht gewachsen zu sein und ich war mir auch nicht sicher, ob meine Psyche das schon schafft. Ich begann erstmal als Schulbegleitung für einen Jungen und war damit und mit den geregelten Arbeitszeiten sehr zufrieden. Und dann kam Corona und der erste Lockdown. Keine Schulbegleitung mehr, sondern voll im Gruppenalltag eingespannt. Und da es neben ein, zwei ausgewählten Sozialkontakten keine weiteren in meinem privaten Umfeld gab, konnte ich mich zum Einen ganz auf die Arbeit konzentrieren und zum Anderen hatte ich die Therapie nochmal anders nutzen können und dadurch mich immer besser kennengelernt. Als ich Urlaub hatte im Juni/Juli hatten wir grade die Betreuung von einem Kind beendet, er ist in eine andere Einrichtung gekommen, da er im Familienkonzept nicht mehr tragbar war. Daran hatte ich ziemlich zu knabbern, da ich ihn einfach sehr gerne hatte und auch noch habe. Wir halten weiterhin Kontakt zu ihm. Da unser 18jähriger auch auszog hatten wir dann innerhalb von 4 Monaten zwei Dreijährige aufgenommen, was wirklich noch spannend wird. Unsere Großen sind inzwischen zwischen 8-11 Jahre alt und auch sie sind von Corona sichtlich genervt, zumal Elternkontakte auch sehr schwer sind und so hat irgendwie jeder auf unterschiedliche Weise unter der Pandemie zu leiden…

Ich habe Ende Mai an Ines einen Übernahmevertrag für Kalle gemacht. Ich liebe diesen Hund sehr und sollte er gesichert werden, hat er bei ihr einfach das beste Leben. In den letzten drei Jahren war allerdings so viel los und sein weglaufen war ein Auslöser für sehr vieles, was mit einem Schlag kam und mich überrollte und eigentlich alles aufgearbeitet werden wollte – und zwar sofort und zeitgleich und bitte direkt. Das war zu viel und jedes Mal, wenn ich an ihn denke, kommen diese Emotionen hoch (auch heute noch). Ebenso das Gefühl, nicht zu wissen, was er macht. Ich hatte mich schon länger aus der „Suche“ ausgeklinkt, weil ich es psychisch nicht geschafft habe und es auch finanziell nicht stemmen konnte. Ich bin Ines dankbar, dass sie nicht aufgibt und ihr Möglichstes gibt, ihn doch eines Tages noch zu sichern. Und ich weiß, dass sie für ihn sorgen kann, so, wie er es brauchen wird. Ich würde ständig mit negativen Gedanken konfrontiert, wenn ich ihn sehen würde, da bin ich mir eigentlich sicher.

Im August musste ich feststellen, was eine Umarmung auslösen kann… ich war mit zwei Jungs bei meinen Eltern und am letzten Tag gab es ein Grillen bei meiner Tante. Meine Schwester und ich umarmten uns kurz – das war es, eine kurze Umarmung. Nachdem wir wieder in Braunschweig waren, bekam ich von ihr den Anruf, dass sie in ihrer Kindergartengruppe einen Corona-Verdachtsfall habe. Sie würde sich testen lassen. Da die Inkubationszeit bei mir und den Jungs noch nicht durch war und wir damit noch nicht ansteckend waren, bin ich mit ihnen in die Heide ins Ferienhaus vom Haus Regenbogen, um bis zum Testergebnis zu warten. Das kam allerdings nicht, zwischenzeitlich hatte sich meine Mutter auch testen lassen und nachdem ihr Ergebnis negativ war, sind wir auch ins Haus Regenbogen zurück. Es waren dennoch 13 Tage ohne WLAN, ohne Erwachsene und dafür mit zwei Jungs, die genauso wie ich immer dünnere Nerven bekamen. Es war mir definitiv eine Lehre und ich war dankbar für jeden Zuspruch, den ich in der Zeit erhalten hatte.

Im Oktober konnten wir unsere Reise mit der Familienaußenstelle zusammen nach Schwangau antreten und es waren tolle 10 Tage. Bis wir feststellen mussten, dass wir im tief roten Bereich waren und außerhalb an den öffentlichen Plätzen Maskenpflicht gab und sehr gut kontrolliert wurde. Wir hielten uns dann von Touristenattraktionen fern und unternahmen andere Dinge, die allerdings auch Freude machten.

Während dem ganzen Jahr (seit Corona-Beginn) waren unsere Kids wenn es hochkommt 6 Wochen in der Schule – wir haben eine Genehmigung zum Homeschooling, da (wenn wir einen Corona-Fall hätten) über 400 Leute in Quarantäne müssten. Das Risiko möchte keine Institution eingehen und da wir mehrere Risiko-Leute im Haus haben, ist das so auch ganz gut. Die Schattenseite ist nur, dass die Kinder aufeinander kleben und sich über kleinste Dinge aufregen und wir bekommen die Schulstunden die wir mit den Kindern leisten nicht bezahlt, da die Jugendämter sagen, dass die Schulen ja offen haben und sie aus dem Grund keine Stunden übernehmen. Dass die Kinder durch diese Chance aber seitdem bessere Noten schreiben, sich besser konzentrieren können und generell besser geworden sind, juckt scheinbar keinen… außer uns.

Im November hatte ich nochmal einen ziemlich großen Hänger, hatte mehr mit meiner Vergangenheit zu tun und besonders kurz vor dem Jahrestag von Kalles weglaufen ging es mir richtig mies.

Und dann kam der 1.12, vor dem ich mega Angst hatte, da es auch das erste Mal war, dass ich wieder im Haus Regenbogen gearbeitet habe. Meine Chefin sah, dass es mir nicht gut ging, nahm mich mit auf die Terrasse und fragte, was los sei. Ich antwortete ihr und sie sah mich einen kurzen Moment an und sagte dann das, was mein Leben nun sehr stark verändert hat: „Du bist ein Hundemensch. Der Verlust von Kalle ist tragisch und schlimm. Aber du brauchst wieder einen Vierbeiner in deinem Leben und entweder suchst du dir einen passenden, oder ich besorge dir einen Welpen.“

Ihre Worte klangen in meinem Herzen nach und ich guckte im Internet und fand letzten Endes einen Halter, der Welpen verkaufte. Bernersennen-Bobtail-Mix… und ich war sooooo neugierig, dass ich mit meinem besten Freund hingefahren bin und gucken wollte. Dann legte sich eine Welpendame zu meinen Füßen und schlief ein, wo ich 100%ig überzeugt war, dass sie meine ist. Ich konnte sie am 05.12. mitnehmen und auf der Autofahrt reagierte sie bei dem Namen Lotte, wodurch sie nun so heißt.

Ich bin schockverliebt in dieses Fellknäul und kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen, auch wenn sie Kalle nicht ersetzt, so bin ich froh über diese Entscheidung und Möglichkeit, sie mit auf Arbeit zu nehmen. Sie darf dort überall sein, wo ich bin (natürlich abgesehen der Küche) und sie freut sich, wenn wir das Haus ansteuern. Mein Bezugsmädel und sie sind inzwischen kaum zu trennen, wenn wir im Haus sind und so hat Lotte ihren Job sicher, obwohl sie noch nichts macht, außer etwas spielen, fressen und ihr Geschäft und vor allem und am meisten schläft sie dort.

Also zusammengefasst kann ich sagen, dass ich das Beste aus diesem schrägen 2020 gemacht und geholt habe. Ich habe Jesus von den unterschiedlichsten Seiten kennenlernen dürfen und das beste, das er mir dieses Jahr geschenkt hat ist definitiv Lotte. Ich finde immer mehr zu mir selbst, kann mit meiner Hochsensibilität besser umgehen und blühe auch auf Arbeit richtig auf – inzwischen habe ich seit Dezember mein eigenes Wochenende, das ich mit unserer Anerkennungspraktikantin habe, vorher brauchte ich noch die Sicherheit einer meiner festen Kolleginnen, die schon länger da sind als ich – inzwischen klappt das auch so und dient zur Entlastung unserer Chefin und ihrer Familie. Alles in allem und trotz kleiner Tiefschläge war es ein gutes und erfolgreiches Jahr für mich.

Ein besonderer Dank geht an meine Freunde, die mit mir spazieren gingen und gehen und Zeit auf Abstand mit mir verbringen. Ohne euch wäre das Jahr nicht so gut rumgegangen für mich. Ein Dank auch an eine wunderbare Freundin, die ich in diesem Jahr erst kennengelernt habe und sie mir dennoch schon sehr viel bedeutet. Ich weiß gar nicht, wieviel Zeit wir miteinander verbracht haben, aber abgesehen von der Arbeit habe ich mit dir die meiste Zeit verbracht. 🙂 Danke an alle, die mir geschrieben haben, mit mir telefoniert haben oder Videoanrufe genutzt haben. Danke an alle, die ich in diesem Jahr auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen sehen konnte. Und einen riesigen Dank geht an meinen besten Freund, ohne den ich heute so nicht hier schreiben würde oder könnte und von dem das untere Bild ist, nachdem ich sagte, dass Bilder von unten sehr unvorteilhaft sind. Ich muss nämlich zugeben, dass mir das irgendwie gefällt. Und ehrlich? Ein mini klitzekleines bisschen bin ich den ganzen Scheiß um Corona dankbar, denn das hat mir gezeigt, wer zu meinen wahren Freunden gehört und auf wen ich in Zukunft auch verzichten kann (alle, die diese komischen Verschwörungstheorien glauben oder meinen, sie würde es ja nicht betreffen oder „scheiß Maßnahmen – die mit Risiko sollen einfach Zuhause bleiben!“ sagen obwohl sie wissen, das ich zur Risikogruppe gehöre…). Dieses Jahr hat mich wirklich weiter gebracht, als ich am 01.01 gedacht habe und aus diesem Grund freue ich mich auf das kommende Jahr.

Ich wünsche Dir (hervorragend, dass du bis hier durchgehalten hast), dass sich deine Pläne und Ziele für 2021 erfüllen werden und du spüren kannst, dass Jesus an deiner Seite ist. Egal wo du bist und was du durchmachst, du darfst dich darauf verlassen, dass er dich trägt.

Hesekiel

Ich lese grade in der Bibel das Buch von Hesekiel… viele Kapitel und Verse waren Teil meiner Ausbildung am Marburger Bibelseminar. Besonders in der Zeit, als wir gelernt haben, wie man sich auf eine Predigt vorbereitet… wie eine semantische Analyse zu schreiben oder auch Übersetzungen miteinander vergleichen und solche Dinge. Jetzt wo ich bei Kapitel 10 oder 11 angekommen bin, muss ich sagen, dass ich vieles aus der Ausbildung im Kopf habe. Auch das Wissen, dass nicht das ganze Buch so negativ ist und dass auch andere Zeiten kommen. Zeiten, wo Gott seinen Zorn nicht mehr über Israel fliegen lässt. Wo er nicht mehr vernichten will…

Aber an der Stelle bin ich noch nicht.

Und irgendwie hat es für mich einen anderen Bezug zu heute. Ich meine, wir erleiden grade eine Pandemie, die weder vor Ländergrenzen noch vor gesellschaftlichen Ständen Halt macht. Es kann jeden treffen… egal ob arm oder reich, egal ob Christ oder Moslem oder Buddhist, egal ob jung oder alt. Was ich meine: Davor kann sich keiner wirklich retten…

Ich sage nicht, dass der Virus von Gott geschickt wurde. Das nicht… aber er lässt es zu und ich frage mich, welchen Sinn es ergibt. Den werde ich wahrscheinlich nicht erfahren, solange ich lebe, aber es wird der Zeitpunkt kommen, wo ich hinter alles gucken darf.

Ich glaube, solche Krisen und Nöte sind auch eine Chance, Gott auf eine ganz eigene und besondere Art und Weise zu begegnen. Meine persönliche Lebenskrise hatte ich 2011 und habe Jesus gebeten, in mein Leben zu treten, wenn er noch was damit anfangen kann, dann bitte, ich selbst konnte es nicht mehr. Ich habe vorher für mich selbst gelebt, alles ausprobiert und trotz christlichem Elternhaus ziemlich auf Abwege geraten. Ich wollte es ohne Jesus schaffen und allen beweisen, dass sie mit ihrem Glauben daneben liegen. Was für ein großer Irrtum!

Und wie ein Häufchen Elend habe ich Jesus gebeten, sich meiner anzunehmen. Ich wollte seine Liebe erfahren und mich nicht mehr alleine fühlen. Ich wollte endlich wieder mit vollem Herzen leben – aber ich alleine konnte es nicht. Und er hat sich meiner angenommen und mein Herz Stück für Stück verändert. 2011 habe ich nicht gewusst, wie vielen Menschen ich begegnen werde, die mein Leben positiv gestalten werden. Ich wusste nicht, wie sehr Jesus mich gebrauchen will. Ich wusste nicht, was aus mir wird und wie sehr ich anderen von Jesu Liebe abgeben kann. Was ich wusste war: So geht es nicht weiter.

Ich glaube, dass Jesus uns besonders in unseren Krisen begegnet und für uns da sein möchte. Jesus, der für uns ans Kreuz ging, damit wir bei seinem Vater im Himmel sein dürfen. Jesus, der selbst Krisen bewältigen musste und sich dabei fest daran gehalten hat, dass es Gottes Wille ist, der geschieht. Jesus, der auch einen egoistischen und leichten Weg hätte gehen können, in dem er die Erde einfach so verlässt und nicht für uns stirbt. Jesus, der so voller Vertrauen in Gottes Plan war und der alles erlitten hat aus Liebe zu uns.

Und wenn ich jetzt Hesekiel lese, der lange Zeit vor Jesus lebte und Visionen erhielt, wie Israel nach Babylon verschleppt wurde und der Gottes Zorn wahrnehmen konnte und es auch den Männern mitteilte, dann habe ich Respekt vor ihm. Er wusste nicht, wie sich alles verändert. Er wusste nicht, dass Jesus irgendwann kommt. Er vertraute nur auf Gott, in dem Augenblick, in dem er lebte. Wie stark muss dessen Glaube gewesen sein, bei all den Bildern und Visionen, die schlimmer als jeder heutige Horrorfilm waren?

Ich bin mir sicher, dass Jesus uns auch heute durch unsere Krisen durchführt, dass er für uns kämpft und es heißt nicht umsonst: „In den Schwachen ist Gott mächtig!“ Wir dürfen zu unserer Schwachheit stehen, denn darin liegt die Stärke. Wir dürfen uns schwach fühlen und uns sicher sein, dass Jesus da ist und uns stark macht. Und ich bin mir sicher, dass Corona auch eine Chance und nicht nur eine Krise ist. Mich hat es zum positiven verändert. Ich lebe bewusster, habe mich zwar eingeschränkt, aber bin nicht traurig oder verzweifelt. Ich genieße es tatsächlich, Zeit mit mir selbst zu verbringen.

Ich wünsche dir, dass du auch in den Tiefen deines Lebens Jesus als Licht und Anker wahrnehmen kannst. Ich wünsche dir, dass du Krisen als Chancen der Veränderung wahrnehmen kannst und wünsche dir Einen Gottes unstillbaren Segen.

Aha-Momente

Hast du solche Aha-Momente schon erlebt, die dir plötzlich erklären, warum du etwas in der Vergangenheit mochtest? Oder wieso du etwas so und so gemacht hast?

Ich habe als Kind „Heidi“ geliebt und auch als erwachsene Frau liebe ich die Serie und auch die Spielfilme immer noch sehr. In Nächten, wo ich weniger zur Ruhe komme, höre ich auch die alten Hörbücher noch. (Früher hatte ich noch Kassetten, aber die Zeit ist vorbei)

Gestern Abend habe ich einen Spielfilm von „Heidi“ geguckt. Und hatte einen sehr, sehr deutlichen Aha-Moment. Mein Opa war eine sehr zentrale und wichtige Person in meinem Leben… und diese Serie hatte es wohl ein bisschen widergespiegelt…

Allerdings hatte ich auch noch einen weiteren Aha-Moment. Denn der Großvater, der über allen anderen oben in den Bergen lebte, hatte für mich plötzlich eine ganz andere Rolle. Diese Geschichte steht als Sinnbild für meine Glaubensentwicklung.

Als Kind bin ich christlich aufgewachsen und dann im Jugendalter wurde ich von Gott weggezogen, lebte ein anderes Leben. Ich erlebte ähnlich wie Heidi Dinge, die mich verletzt haben und krank machten. Und dann gab es den Punkt, wo die Sehnsucht zu stark wurde und es mich förmlich zurück in die Hände Gottes zog.

Nur bei ihm erfahre ich unendliche Liebe und die Geborgenheit, die mir kein Mensch geben kann. Und diesen Aha-Moment habe ich gebraucht. Diesen Moment, der mir gezeigt hat, dass alles Negative, der nächste Lockdown, die Entwicklung in der Welt… mich nicht mehr von ihm trennen können.

Ich wünsche dir, dass du solche Aha-Momente erfährst, die dein Leben verändern. In welcher Form auch immer.

Sei gesegnet.

Hoffnung in der Dunkelheit

In der heutigen Zeit könnte man mutlos werden und die Hoffnung aufgeben. Die Zahlen der Corona-Infizierten steigen täglich höher und lokale Lockdowns folgen erneut. Es ist kein Wunder, dass so viele in Angst, Schrecken und Resignation verfallen. Ich hatte Sorge, dass ich ebenfalls einbreche und resigniere. Aber etwas ganz anderes ist der Fall.

In der Welt habt ihr Angst – doch seht, ich habe die Welt überwunden!

Ich spüre, dass diese Worte, die fast 2000 Jahre alt sind, so unglaublich wahr sind. Ich fürchte mich nicht. Ich habe meine Hoffnung in meinem Glauben an Jesus fest verankert. Alles was kommen wird, werde ich mit meinem Glauben tragen und weiß, dass ich nicht alleine bin. Jesus hat uns auf solche Zeiten vorbereitet. Er sagte, dass heftige Zeiten kommen werden. Aber ich weiß, dass es irgendwann eine andere Zeit geben wird. Mit dieser Perspektive werde ich irgendwie ruhig.

Natürlich bin ich nicht leichtfertig, gehe keine nötigen Risiken ein und habe meinen festen Personenkreis, in dem ich mich bewegen kann. Ich habe mich eingeschränkt in meinen sozialen Kontakten – aber: Ich merke, dass es mir nicht schadet. Im Gegenteil. Ich habe mehr Luft, kann mir immer wieder Ruhepole gönnen und meiner ausgeprägten Hochsensibilität gerecht werden.

Ohne meine Hoffnung wüsste ich nicht, wie ich grade klarkommen würde. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde und will es auch nicht wissen.

Wenn du grade mutlos, hoffnungslos und/oder einsam bist: Du bist nicht alleine. Und wenn du schreiben möchtest, kannst du gerne schreiben.

Ich bete für alle, denen es grade nicht gut geht, die eher die Dunkelheit, statt die Lichtstrahlen sehen. Ich bete um Hoffnung, Gesundheit und Mut. Du bist nicht allein und damit meine ich nicht nur mich, die in Gedanken bei dir ist, sondern auch Jesus und seine unendlich große Liebe zu dir.

Gott ist da…

Ich bin Christ. Und ja, es gab eine Zeit in der ich dachte, dass mir nichts schlimmes mehr passieren kann und ich sicher und glücklich leben kann. Und ich lag noch nie so falsch! Ja, ich bin sicher. Ich bin in Gottes Armen geborgen und ich weiß, dass er das Beste für mich im Sinn hat. ABER manchmal geschehen grausame Grausamkeiten, wirklich schlimme und ich komme ins Grübeln. Nicht: „Gibt es Gott?“ oder „Wieso lässt Gott so etwas zu?“… sondern eher: „Wie soll mir das zum Besten dienen?“

Ich habe im Juli von einem dramatischen Unfall erfahren, der mich erstmal erstarren ließ! Sie war die Reittherapeutin von meinem Cousin und ich hatte ihn oft begleitet. Dadurch hatte ich sie, ihre leiblichen Kinder und die Pflegekinder kennengelernt. Ich habe ihren Glauben und ihr Leben als sehr inspirierend empfunden. Leider kam das durch meine Jugend und falsche Entscheidungen in Vergessenheit. In meinem Urlaub hatte ich erfahren, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt und sie todkrank ist. Und letzte Woche erfuhr ich, dass weder sie, noch ihr Pferd einen Ausritt überlebten. Die Ersthelfer vor Ort waren Bekannte von ihr… diese Bilder werden sie nicht mehr los und ich kann viel nachempfinden, aber dies geht über alles hinaus, was ich mir vorstellen kann und will. Ich wünsche allen, dass sie sich Zeit geben um es zu verarbeiten und zu lernen, mit diesen Erinnerungen leben zu können.

Manchmal haben wir keine Erklärungen, fehlen uns die Worte, sind wir sprachlos. Manchmal können wir einfach nur warten, bis die Welle des Schmerzes um den Verlust abnimmt. Manchmal können wir uns nur von Tag zu Tag hangeln, einen Schritt vor den anderen machen und den Mut finden jeden Tag aufs Neue aufzustehen.

Ohne diese Frau wäre ich wahrscheinlich niemals auf die Idee gekommen, dass es Freude machen würde, in einem familienanalogen Kinderheim zu arbeiten. Sie hat mir durch ihre Art gezeigt, dass man in dem Leben von Kindern mit Traumata oder anderen Einschränkungen eine liebende Rolle spielen kann. Sie wurde mir zu einem unterbewussten Vorbild, das ich erst kurz vor ihrem Tod festgestellt habe und es nicht mehr aussprechen konnte.

Ich war am Samstag nach der Nachricht im Harz, in Thale. Und dort habe ich auf einmal einen großen Frieden gespürt. Einen Frieden, den nur Gott geben kann und ich denke, dass er dadurch zu mir gesprochen hat. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Wir werden keine Antworten bekommen, wieso das geschehen ist und Gott sie davor nicht bewahrt hat. Aber wir können die Gewissheit haben, dass sein Friede darüber liegt und sie nun bei ihm ist. Erlöst von allen irdischen Schmerzen.

Diesen Baum oben habe ich kurz darauf gesehen. Er ist um einen großen Steinbrocken gewachsen…

Lasse ich mich von Emotionen, Verlust, Geschehnissen und Herausforderungen überrollen? Dann höre ich auf zu wachsen, sage: „OK… bis hier hin und nicht weiter!“ und ich stagniere, ich hänge fest und komme nicht mehr vorwärts. Oder sage ich mir: „OK… sie sind da. Die Emotionen gehören zu mir, ich kann kurz stehen bleiben, Ihnen Beachtung schenken – und dann gehe ich weiter. Sie sind ein Teil von mir, aber sie werden mich nicht hindern, weiterzumachen und zu wachsen!“ und ich lerne mit den Emotionen, dem Verlust, den Herausforderungen und/oder den Geschehnissen umzugehen und sie zu akzeptieren. Denn genau wie der Baum sich von dem Gesteinsbrocken nicht abhalten lässt zu wachsen, genauso wenig will ich klein bei geben. Und egal, wen ich in der Vergangenheit schon alles verloren habe… keiner hätte gewollt, dass mich so ein Gesteinsbrocken aufhalten würde.

Es gibt für alles eine Zeit. Das steht im Prediger-Buch. Es gibt die Zeit der Trauer, in der alles Doof, Kacke und schwer ist. Eine Zeit, in der es einem schwerfällt, morgens aufzustehen. Es gibt eine Zeit der Tränen, der Wut und der Zweifel. Und auch wenn man es kaum hören mag und nicht zulassen will, wird es auch wieder eine Zeit der Freude und des Lachens geben. Alles was man dazu braucht ist Zeit.

Da, wo andere grade in der Corona-Krise eine Wendezeit sehen, ist dieser tragische Unfall meine Wendezeit. Vorher habe ich unbedacht Tage vor dem Laptop verstreichen lassen. Vorher habe ich die Menschen in meinem Leben als normal und „eben da“ angesehen. Vorher habe ich Lobpreislieder gesungen – ohne wirklich auf den Text zu achten.

Und jetzt? Jetzt achte ich darauf, was ich singe und tue dies mit vollem Herzen. Jetzt darf ich traurig sein, dass sie ihr Leben verloren hat und auf so eine tragische Weise, dass ich sogar wütend auf Gott war. Jetzt sehe ich es als ein Wunder an, morgens aufzuwachen und zu leben. Jetzt kann ich anstelle von ihr Gottes Liebe weitergeben. Jetzt kann ich die Natur noch mehr schätzen, die kleinen Momente genießen und dennoch zwischendurch Momente der Tränen und Traurigkeit verspüren und haben. Jetzt gehe ich mit meinem Leben ganz anders um. Und jetzt weiß ich, dass Gott in unseren dunkelsten Momenten da ist – auch wenn es manchmal nicht danach aussieht!

Ich bin mir sicher, dass Gott bei ihr war. Ich glaube daran, dass Gott für uns sorgt – und auch während wir sterben nicht von unserer Seite weicht. Ich glaube daran, dass sich ihr Wunsch erfüllt hat. In einem Interview sagte sie im April 2019:

In meinem Leben war sie eine gute Fee! Und sie zeigte mir ein großes Stück Gottes durch ihren Glauben und ihre Liebe zu den Kindern und Pferden.

Mein 2020

Es hat sich viel verändert, oder vielmehr habe ich mich verändert. So sehr, dass ich überlegt habe, diesen Blog ruhen zu lassen und einen neuen Blog zu öffnen… aber so leicht möchte ich es mir nicht machen. Ich habe eben einen Beitrag veröffentlicht, der seit Juli in meinen Entwürfen ruhte. Dieser Beitrag ist mir sehr wichtig, immer noch, denn diese Frau hatte mich durch ihre Art geprägt, obwohl ich nicht sooo viele Berührungspunkte zu ihr hatte.

Ich spüre, dass grade durch Corona sich viele Freundschaften umformen. Manche haben Bestand und manche können der Distanz nicht standhalten. Ich habe eine sehr gerade Linie, die ich fahre, damit ich das Ansteckungsrisiko so minimal wie möglich halte. Ich habe mich aus der Gemeinde rausgezogen, da ich im Heimbereich arbeite, 8 Kinder in unterschiedlichen Kitas und Schulen habe und da alleine das Risiko schon höher ist als in anderen Arbeitsbereichen. Ich möchte nicht diejenige sein, die Corona in die Gemeinde trägt oder von dort mit in unser Haus… und manche kommen damit klar, andere nicht.

Ich habe gelernt, mit mir auszukommen und auf mich und meine Bedürfnisse zu achten. Ich habe in den letzten Monaten kein destruktives Verhalten mehr gehabt und lerne immer mehr, mit meiner Hochsensibilität klarzukommen.

Wenn ich ein Fazit für 2020 habe, dann, dass ich mich in der Krisenzeit gefunden habe und Gott ganz neu kennengelernt habe. In der größten Krise liegen auch die größten Chancen.

Corona und Urlaub…

Urlaub… jeder braucht ihn irgendwie und irgendwann. Wie aber sieht der Urlaub in der aktuellen Corona-Krise aus? Ich habe mir die Frage gestellt, nachdem feststand, dass ich jetzt drei Wochen Urlaub habe.

In einem systemrelevanten Job und als Risikoperson ist das gar nicht so leicht gewesen… wenn ich bedenke, dass ich eigentlich ein sehr kontaktfreudiger Mensch bin und die letzten Monate alles andere als easy waren. Ich habe meinen Geburtstag nicht wirklich gefeiert, meine Familie über ein halbes Jahr fast nicht gesehen und außerhalb der Arbeit im Kinderheim meine sozialen Kontakte auf Spaziergänge mit meinem besten Freund beschränkt. Ansonsten lief alles digital. Ein Zustand, der nicht gut für meine psychische Verfassung war. Dem habe ich nun in meiner ersten Woche entgegengewirkt.

Eine Woche Qualitytime mit Menschen, die mir wichtig sind und die auf Abstand und vorheriger Minderung sozialer Kontakte dafür gesorgt hatten, dass ich sie sehen und besuchen kann. Wanderung, Grillen und somit ein bisschen Normalität waren traumhaft. Und so hatte ich jeden Tag Menschen um mich herum, die mir gut getan haben und meinen Tank an Kontakten wieder gefüllt haben. Damit ich nun sicher sein kann, ohne Risiko in 14 Tagen wieder zu arbeiten, verzichte ich nun auf soziale Kontakte und genieße mein alleine sein. Dazu habe ich in der letzten Woche über 1000 Bilder gemacht, die bearbeitet und verteilt werden wollen. Ich liebe das Fotografieren. Nach einer sehr tollen Urlaubswoche geht es also nun daran, meinen Ruhe- und Energietank wieder zu füllen und meine Wohnung etwas umzugestalten.

Es ist nicht leicht, in dieser Zeit der Einschränkung und des Verzichts das Positive im Blick zu behalten… ABER: Wenn ich nur jammern würde und darauf gucke, was ich alles nicht machen kann, würde es auch nichts ändern, außer, dass es mich noch mehr runterzieht. Und das werde ich nicht noch einmal so zulassen.

Ich hoffe, dir geht es so weit gut und du hast Alternativen und Möglichkeiten für deinen Urlaub, damit du ihn trotz allem in vollen Zügen genießen kannst.

Autschn…

Ehrlich? Heute Morgen hätte ich mich im Bett einfach umdrehen sollen. Was mach ich? Springe auf, weil wir schon 8:00 Uhr haben und ich um 08:30 Uhr einen Arzttermin habe. Mega peinlich! Andere haben es wahrscheinlich nicht gecheckt, aber ich hatte grade so Zeit für Deo und Zähneputzen. So ungepflegt gehe ich eigentlich selten raus.

Das positive ist aber, dass es mir schon etwas besser geht und es ausreicht, diese Woche noch auf Arbeit zu fehlen. Ist auch lange genug, die Kids fehlen mir schon.

Dann bin ich Zuhause, gucke mir „Gewitter im Kopf“ auf YouTube an. Wenn du etwas über den humorvollen und manchmal schrägen Umgang mit Tourette erfahren möchtest, lohnt es sich, bei denen mal vorbeizugucken. Dann wollte ich zu meinen Ratten, stehe ein bisschen zu schnell vom Sofa auf und haue dabei mit dem Hammer den Glastisch kaputt.

Ähm… hätte so sein können. Nein! Ich Tollpatsch verliere wegen meinem Ohr oder wegen was auch immer mein Gleichgewicht und knalle auf die Kante vom Tisch. Daraufhin zerspringt die untere Scheibe in ihre Einzelteile… und wenn ich nicht bei jedem Schritt am Oberschenkel den blauen Fleck spüren würde, wäre ich wegen der Situationskomik einfach nur dauerhaft am Lachen gewesen. Es tut weh… aber ich habe etwas gelernt: In meine Wohnung kommt kein Glastisch mehr.

Das Chaos ist beseitigt, die Scherben im Karton verfrachtet und ich liege mit Wärmekissen im Nacken und Kühlkissen auf dem Oberschenkel auf dem Sofa und versuche mich so wenig wie möglich zu bewegen.

Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und hoffe, du kommst gesund und fit durch die Woche.

Hochsensibel – Fluch oder Gabe?

Eine Freundin von mir hat mir Bücher geschickt, die von hochsensiblen Menschen handeln und wie man als solche Grenzen setzen kann und diese Eigenschaft als „Gabe“ zu sehen. Ehrlich? Ich habe noch NIEMALS ein Buch gelesen, in dem ich mich so verstanden gefühlt habe wie in ihnen. Ich bin eine hochsensible Person… nicht nur meine Bronchien, sondern ich im Allgemeinen. Meine Kindheit war nicht immer easy – und durch das Buch verstehe ich auch wieso! Ich arbeite jeden Tag an mir, damit ich mich auf meine eigene Wahrnehmung verlassen kann und nicht von anderen abhängig bin. Das ist nicht einfach und manchmal ist es so, als wenn ich zwei Schritte vor und fünf Schritte zurück mache. Solche Momente sind zum Kotzen, da ich dann vor allem an mir selbst zweifle. Ich nehme Konflikte wahr, bevor sie für andere wahrnehmbar sind. Ich spüre es, wenn es anderen nicht gut geht. Wenn ich dann frage, wie es ihnen geht und die Antwort bekomme „Mir geht es gut!“… dann komme ich damit nicht klar. Da fangen dann an, meine Gedanken zu kreisen. „Wieso lügt er mich an?“ „Merkt er es selbst nicht?“ „Stimmt mit mir was nicht?“ „Habe ich es falsch wahrgenommen?“… Es ist ein Kreisel, der mich immer mehr auf Abstand drängt. Wem sollte ich mich mitteilen, wenn es kaum einer versteht? Durch das Buch verstehe ich mich aber inzwischen besser und lerne, solche Kommunikationsschwierigkeiten anzusprechen.

Meine beiden engsten Freunde sind auch hochsensibel. Stelle ich immer mehr fest… und ich glaube, dass sie eben genau deswegen meine besten Freunde sind. Sie geben mir das Gefühl, mich zu verstehen – sogar, wenn ich mich selbst nicht direkt verstehe. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sie es mit mir aushalten können… aber selbst negative Momente schreckt sie nicht ab.

Gabe oder Fluch? Chance oder doch nur dauerhafte Belastung? Ich habe es lange als Fluch und Belastung wahrgenommen. In einem Restaurant (als Beispiel) konnte mein Gegenüber mit mir sprechen und ich habe ihn kaum wahrgenommen, weil ich alle anderen Gespräche ebenfalls gehört habe. Diese haben sich in meinem Kopf vermischt und es war ein extrem großer Kraftakt und je nach Tagesform unmöglich, mich auf ein Gespräch zu konzentrieren und andere auszublenden. Eigentlich ist das überall so, wo mehr Leute zusammen treffen. Ebenso bekomme ich Emotionen mit, bevor diese offenbar werden. Als extremes Beispiel habe ich da eine Situation kurz vor den Abschlussprüfungen am Marburger Bibelseminar. Wir hatten „Soziale Grundlagen“ und sollten Themen zusammenfassen. In meiner Gruppe war ich die Letzte und vor mir waren zwei, die eher rumgestammelt haben. Ich habe physisch wahrgenommen, wie sich die Atmosphäre im Raum verändert hat. Ich bekam eine Gänsehaut und fing an zu zittern. Als meine Dozentin dann meinte, dass es unmöglich ist, so rumzulabern, bei Themen, die wir eigentlich schon längst draufhaben müssten, habe ich angefangen zu weinen. Vor allen in der Klasse. Und ich konnte nicht mehr aufhören. Das war extrem, denn mir war es super peinlich, dass ich so reagiert habe und konnte auch deswegen nicht aufhören zu weinen. Nachdem ich mich beruhigt hatte und ich meiner Dozentin erklären konnte, was los war, hatte sie Verständnis und ich konnte ohne Probleme meinen Beitrag noch halten.

Aktuell aufgrund von Corona habe ich Glück, dass ich meine Kräfte nicht an Massen von Menschen lassen muss. Ich habe meine Arbeit und das ist schon herausfordernd. ABER: Unter anderem die Arbeit im Haus Regenbogen hat mich zu der Einsicht kommen lassen, dass meine Hochsensibilität eine Gabe ist und für mich und besonders für die Kids eine Chance sein kann und ist.

Es ist schwer, auf Doppeldeutungen angemessen zu reagieren. Das hat mich schon die ein oder andere Freundschaft gekostet – ohne, dass es mir so bewusst war. Nachdem ich den Teil im Buch gelesen habe, ist mir einiges bewusst geworden. Ich arbeite an mir und hoffe, dass ich mich in Zukunft wieder mehr auf mein Bauchgefühl und meine Wahrnehmung hören kann. Ohne, dass mein Unterbewusstsein innere Mauern aufbaut oder ich über meine Grenzen gehe.

Wenn du dich hier irgendwie wieder findest, dann lass dir sagen: Du bist nicht allein. Wenn dir danach ist und du möchtest, darfst du mir gerne schreiben.

Hab eine gesegnete Woche

PS: So wie das Bild unten gibt es in meinen Gedanken immer wieder so viele unterschiedliche Wege, Handlungen, Entscheidungen… und das lässt mich manchmal zu lange vor dem Pfahl stehen, ohne zu reagieren… Ich übe grade, mich direkt einfach auf einen Weg zu fokussieren…

Das Buch heißt übrigens: „Wenn du Haut zu dünn ist – Hochsensibilität vom Manko zum Plus“ und ist von Rolf Sellin.

Schwarz/Weiß

Ich liebe Schwarzweiß-Bilder. Ich finde, sie drücken nochmal eine ganz andere Tiefe aus, als Bilder mit Farbe. Es kann auch keine Reizüberflutung stattfinden, da die Augen sich nicht an grelle oder zu viele Farben gewöhnen müssen. Ein Kind sagte letztens zu mir, dass das Bild wie aus dem letzten Jahrhundert aussieht. Wusstest du, dass eines der ersten Farbbilder 1861 entstand? In der allgemeinen Fotografie hat sich die Farbe allerdings erst zwischen den 1930ern und 1970ern etabliert (je nach dem in welchen Bereich man guckt… Mode, Kunst, etc.).

Ich gehöre aber auch zu denen, die gerne in Schwarz und Weiß denken… da tut es gut, zu sehen, dass auch diese beiden aus ganz vielen unterschiedlichen Nuancen und Facetten bestehen und es auch auf Dinge wie Lichteinfluss ankommt. Ich kann also weder bei einem Bild sagen, dass es nur aus Schwarz und Weiß besteht – genauso wenig wie meine Gedanken… auch wenn mein Kopf mir das gerne vormachen will.

Immer wenn ich merke, dass mein Kopf wieder in dieses Zwei-Seiten-Schema springt, gucke ich mir ein Bild an – und sehe, dass es viel mehr beinhaltet.